Deutsche Provinz der Jesuiten

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16.05.2017

10 Jahre Familienbildung im Heinrich Pesch Haus

10 Jahre Familienbildung im Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen: Lob und Anerkennung, Spiel und Information

„Weil es das sprichwörtliche Dorf nicht mehr gibt….“

„Ich mag diese Lebendigkeit“, sagte Pater Johann Spermann SJ, Direktor des Heinrich Pesch Hauses, beim Festakt anlässlich „Zehn Jahre Familienbildung im HPH“. - „Wir wissen: Wer Kinder hat, braucht Unterstützung und muss sich oft wehren“, so Spermann. Das Team der Familienbildung mit ihrer Leiterin Ulrike Gentner, die Dozent_Innen und Kooperationspartner leisten wertvolle Arbeit für Familien, hob der Direktor hervor.

Viele anerkennende Worte fanden auch die Teilnehmenden einer Podiumsdiskussion: Anne Spiegel, Familienministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Cornelia Reifenberg, Dezernentin der Stadt Ludwigshafen, Daniela Kalweit, Leiterin Externe Bildungsaktivitäten der BASF SE, Domdekan Dr. Christoph Kohl und Sabrina Wurtz, Referentin der Familienbildung.

Das Motto des Tages: „bilden – begegnen – begeistern“ nannte Ministerin Spiegel einen „herrlichen Dreiklang“, denn genau so müsse Familienbildung wirken. Familienbildung sei in jeder Phase des Familienlebens unverzichtbar, bei der Integration von Migranten und Geflüchteten, und im Hinblick auf Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit – „denn wir wissen, dass es Familien gibt, die besonders belastet sind; und für diese ist Familienbildung kein Luxus, sondern eher eine Art  Grundrecht.“

Die gute Kooperation von Familienbildung und Stadt lobte auch Dezernentin Reifenberg. Sie wies auf gemeinsame Angebote und Fachtage hin und auch auf das gemeinsame Kursportal mit über 100 Angeboten in der Stadt für Familien mit kleinen Kindern. Daniela Kalweit (BASF SE)  betonte die Notwendigkeit, Kinder bereits in den Kindertageseinrichtungen gut in den Blick zu nehmen, mögliche problematische Entwicklungen wahrzunehmen, anzusprechen und gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln. Das brauche eine „Diskussionskultur und eine gewisse Haltung“, und beides werde im HPH vorbildlich gelebt.

Domdekan Dr. Christoph Kohl sieht großen  Unterstützungsbedarf  bei Familien und Eltern und hob den Beitrag der Familienbildung in der Bewusstseinsbildung und der Ausbildung von Achtsamkeit: bei den Eltern, aber auch in der Gesellschaft hervor. „Eltern sind einem großen Druck ausgesetzt und können ihren Kindern nicht immer das geben, was sie doch wollen, wie etwa das Gefühl, ich hab dich lieb und habe Zeit für dich. – Und das hat erhebliche Folgen für das Kind!“

„Weil es das sprichwörtliche Dorf nicht mehr gibt….“, nannte Sabrina Wurz die Bedeutung von Familienbildung. Die Referentin spürt in ihren Kursen oft, dass „frisch gebackene Eltern“ zuvor noch nie ein Kind im Arm hatten – und oft gar nicht wissen, wie sich das anfühlt und was Kinder brauchen. Familienbildung ist für sie daher auch ein unverzichtbarer Ort, an dem Eltern sich austauschen können und lernen. Für Ulrike Gentner ist es „ein Herzensanliegen, Familie als Gemeinschaft wertzuschätzen und als wichtige Institution zu sehen.“

Nach dem Festakt ging das Feiern richtig los: Im ganzen Haus gab es Angebote für Große und Kleine. Kinder konnten im Park toben und freuten sich auf die Hüpfburg, es gab vielfältige Bastelangebote, Experimentierstationen und gemeinsame Bewegungsimpulse für Eltern und Kinder. Die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein Glaubenskurs sowie Schnupperangebote zu Erziehungskompetenz, Entspannung und Gesundheit waren ebenfalls Teil des Programms.




letzte Aktualisierung am 09.01.2015