Deutsche Provinz der Jesuiten

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06.08.2018

Ignatiuswallfahrt in Wingerode

Zum 362. Mal hat am Sonntag in Wingerode im Eichsfeld die Ignatiuswallfahrt stattgefunden. Wallfahrer von nah und fern haben sich auf den Weg gemacht und zum Gedenktag des Heiligen Ignatius nicht nur einen besonderen Kaffee bekommen. Traditionell wurde die Predigt des Festgottesdienstes von einem Jesuiten gehalten.

Segen mit der Ignatiusreliquie. © Peter Berthold

Wingerode - Morgens um 9:30 Uhr haben sich die Vereine des Dorfes an der Dorfkirche Sankt Johannes aufgestellt und sind mit den Ministranten, Pfarrer Arndt und Prediger Pater Hans-Martin Rieder SJ zur Ignatiuskapelle am Dorfrand gezogen. Die Strecke dorthin war schon am frühen Morgen von den Wingerodern mit Flaggen und Fähnchen geschmückt worden und die Klänge der Blasmusik, welche die Prozession begleitete, kündigte den Festzug all denen an, die am Vorplatz der Kapelle warteten.

Pünktlich um 10 Uhr startete dort der Gottesdienst, der von vielen fleißigen Händen und unter der bewährten Regie des Ruhestandgeistlichen Pfarrer Dr. Marx vorbereitet wurde. Pater Rieder SJ ging in der Predigt auf die Bekehrungsgeschichte des Heiligen Ignatius ein. Dieser begann nach einer schweren Verletzung und ans Krankenbett gefesselt in Heiligengeschichten zu lesen. Dabei fing er zu träumen an: Was wäre, wenn ich mein Leben änderte und dem Leben der Heiligen nacheiferte? „Ignatius hat angefangen, von seinem Leben mit Gott zu träumen“, so P. Rieder SJ und das änderte schlussendlich sein Leben radikal, so dass aus dem Ritter Inigo der Priester Ignatius und Ordensgründer der Jesuiten wurde. „Wir alle träumen ab und zu, was aus unserem Leben werden könnte. Lasst es uns mit Gott träumen, dann wird es gelingen und wir werden ein erfülltes Leben in Freiheit geschenkt bekommen,“ so P. Rieder SJ zum Abschluss der Predigt.

Am Ende der Messe gab es den Segen mit einer Ignatiusreliquie, dem sich dann noch eine eucharistische Andacht mit feierlichem Schlusssegen anschloss. Damit war die Mittagszeit erreicht und die Wallfahrer stärkten sich mit deftigen eichsfelder Spezialitäten. Bevor aber der Kaffee bereitet wurde, versammelte sich nochmals eine Gruppe von Wallfahrern zur Ignatiuswasserweihe. Ganze Eimer und Wannen wurden neben so manchen Flaschen herbeigerbacht. P. Rieder SJ segnete das Wasser und war erstaunt, was damit geschieht: In Wingerode ist es Brauch, dass mit einem Teil des Ignatiuswassers der Nachmittagskaffee gekocht wird. Wenn man nun noch weiß, dass Ignatius der Schutzpatron der Schwangeren ist, dann erstaunt es nicht, wie viele Kinder in Wingerode umherlaufen.     




letzte Aktualisierung am 02.08.2017