Deutsche Provinz der Jesuiten

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11.01.2018

Jesuiten-Flüchtlingsdienst fordert sicheren Weg für Flüchtlinge aus Libyen

Rom (KNA/r) - Nach dem jüngsten Flüchtlingsdrama im Mittelmeer verlangt der Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Italien unverzügliche humanitäre Maßnahmen von den europäischen Regierungen. Es brauche einen sicheren Zugang zu europäischen Häfen und einen Kanal zur Evakuierung von Migranten, die in Libyen ohne zureichende Sicherheit und Schutz ihrer Rechte festgehalten würden, erklärte die katholische Hilfsorganisation am Mittwoch in Rom. Nach dem dritten tödlichen Schiffbruch vor der libyschen Küste seit Samstag im Mittelmeer werden nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bis zu 100 Migranten vermisst. Mehr als 200 Migranten seien 2018 bereits im Meer ums Leben gekommen.

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst sprach von einer "Schändung des menschlichen Lebens". Neben unmenschlichen Bedingungen für die Migranten beklagte die Organisation eine "immer weiter verbreitete Gleichgültigkeit nationaler und übernationaler Institutionen und leider auch der Zivilgesellschaft".

Weiter erinnern die Jesuiten an den "Welttag des Migranten und Flüchtlings", der an diesem Sonntag in der katholischen Kirche begangen wird. Christen und "alle Männer und Frauen des Glaubens" müssten "auf die betäubende Gleichgültigkeit und das Grauen reagieren, das sich täglich in unserem Haus, in unserem Meer vollzieht". Papst Franziskus hatte in einer im August veröffentlichten Botschaft zum Migrantentag unter anderem Möglichkeiten einer sicheren und legalen Einreise verlangt und sich gegen kollektive Ausweisungen ausgesprochen. Am Sonntag feiert er zu dem katholischen Aktionstag eine Messe im Petersdom.




letzte Aktualisierung am 02.08.2017