Deutsche Provinz der Jesuiten

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24.01.2018

Neujahrsempfang: Beten im 21. Jahrhundert

Simon Lochbrunner SJ bei seinem Vortrag über das weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes.

München - Die Mittel und Wege waren für die Teilnehmenden wohl eher ungewohnt, doch der allgemeine Tenor lautete zum Ende: Wer nicht neue Wege wagt, der nicht gewinnt. Im vollbesetzten Saal von St. Michael, München, stellte Pater Simon Lochbrunner SJ am Dienstag beim Neujahrsempfang für die Freunde der Jesuiten in seiner mit Videoclips bereicherten Präsentation Wege vor, wie junge Menschen für das Beten begeistert werden können. Seit einem Jahr steht der 35-jährige als Assistent dem Novizenmeister in der Ausbildung künftiger Jesuiten zur Seite, er ist gleichzeitig aber auch Nationaldirektor des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes, das 1844 als Gebetsapostolat gegründet wurde. Lochbrunner ist zuständig für die deutschsprachigen Gebetsimpulse. Seit Mai 2017 gibt es dazu die Handy-Applikation „Click to Pray“, mit der ähnlich wie bei Facebook, Gebete geteilt und geliked, also mitgetragen werden können.

In seiner unkomplizierten Art gestand der junge Kaplan von St. Martin in Nürnberg offen ein, dass das, was so locker und cool daherkommt, mit einer ganzen Menge Einsatz verbunden ist. Manche Zuhörer, einige davon Großeltern, schmunzelten beim Anblick der Musikclips und Videos, die Jugendliche und junge Erwachse in einer ganz eigenen Art beim Beten zeigten. „Das ist vielleicht nicht mein Verständnis von Beten“, meinte eine Teilnehmerin. Für die meisten war klar, dass junge Leute heute eben anders kommunizieren, über Facebook, Twitter und Instagram, d.h. über Kommunikationskanäle, mit denen sie selbst nicht vertraut sind. Viele unterstützen die Bemühungen des Jesuitenordens, solche neuen Wege auszuprobieren.

Lochbrunner verwies darauf, dass das Gebetsnetzwerk international aufgestellt sei und 35 Millionen Beter weltweit  vereine. Nüchtern verriet er, dass da nicht sehr viele Deutsche darunter seien, was ganz einfach mit der deutschen Kultur zusammenhänge. In anderen Kulturen – siehe Charismatiker oder Pfingstler in Lateinamerika  oder Asien– komme das für Deutsche „zu laute, zu grelle“ dagegen gut an. Auch die Jugendlichen in seiner Pfarrei, zu denen er guten Kontakt habe, hätten „Click to Pray“ nicht abonniert. Und doch ist der junge Jesuitenpater überzeugt, dass es da draußen sehr viele Jugendliche gebe, die für das Gespräch mit Gott empfänglich seien. Jeder im Saal nahm Lochbrunner ab, dass er seine Leidenschaft fürs Gebet der jungen Generation weitergeben will. Langer Applaus sollte ihm am Ende dafür Mut machen.




letzte Aktualisierung am 02.08.2017