Deutsche Provinz der Jesuiten

Aktuelles

09.02.2017

Papst zu Jesuitenzeitschrift: "Keine Angst vor Stürmen und Gegenwind"

Rom - Anlässlich ihrer 4.000. Ausgabe hat Papst Franziskus heute Jesuiten und Mitarbeiter der Zeitschrift "La Civiltà Cattolica" empfangen. Der Papst führte zudem ein Gespräch mit dem Generaloberen Pater Arturo Sosa SJ und dem Chefredakteur der Zeitschrift Antonio Spadaro SJ.

Der Papst verglich die 167-jährige Geschichte  der ältesten Kulturzeitschrift Italiens mit einer Bootsfahrt auf hoher See und ermutigte den Jesuitenorden, dem die Zeitschrift seit der Gründung anvertraut ist, keine Angst vor Stürmen und Gegenwind zu haben. "Ihr von der Civiltà Cattolica müsst 'erfahrene und mutige Ruderer' sein", zitierte der Papst aus der Bulle zur Wiedererrichtung des Ordens und bestätigte den direkten päpstlichen Auftrag. Insbesondere Jesuiten dürften sich nicht an Gewissheiten und Sicherheiten klammern, sondern der Herr rufe zur Mission auf. "Ihr seid - wie es bereits meine Vorgänger von Pius IX. bis Benedikt XVI. immer wieder gesagt haben - auf dem Boot Petri." Die Zeitschrift liege oft auf seinem Schreibtisch.

Die Sendung der Zeitschrift bestehe nicht darin, katholische Ideen zu verteidigen, als wenn der Katholizismus eine Philosophie wäre. "Eine Zeitschrift ist nur dann wirklich katholisch, wenn sie wie Christus auf die Welt blickt, wenn sie ihn vermittelt und bezeugt." Die 4.000. Ausgabe der Zeitschrift erschien heute erstmals auch in englischer, spanischer, französischer und koreanischer Sprache. Damit öffne sich die Zeitschrift immer mehr einer Welt, die immer mehr vernetzt sei, und könne die Botschaft besser verbreiten, so der Papst. Für ihn sei die Zeitschrift daher "Brücke" und "Grenze" zugleich.

Papst Franziskus, der selbst dem Jesuitenorden angehört, erinnerte außerdem an drei Leitbegriffe der Gründung der Zeitschrift und erläuterte sie mit dem Beispiel dreier jesuitische "Patrone" als Aufgaben für die Zukunft: Der Hl. Peter Faber stehe für die "Unruhe" der Suche, deren Motor allein die Sicherheit des Glaube sei. Der italienische Jesuit Matteo Ricci habe die Unabgeschlossenheit des Denkens gelebt, dass Gott durch das Wirken des Geistes in jeder echten Gesellschaft am Werk sei. Und von dem Jesuitenmaler und -architekten Andrea Pozzo könne man die Phantasie lernen, die Räume und Perspektive eröffne und die zeige, dass das Leben nicht schwarz oder weiß sei sondern bunt.




letzte Aktualisierung am 02.08.2017