Deutsche Provinz der Jesuiten

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13.04.2018

Papstbrief an Chiles Bischöfe bemerkenswert

Hans Zollner SJ in Rom.

Köln (KNA) - Der Jesuit Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, hat die jüngste Erklärung des Papstes zum Missbrauchsskandal in Chiles Kirche als "bemerkenswert" bezeichnet. "Für mich ist festzuhalten, dass der Papst in einer sehr demütigen, ernsthaften und offenen Weise sich persönlich entschuldigt. Das sieht man nicht so oft von Leuten in solchen Positionen", sagte Zollner am Donnerstag dem Kölner domradio.

Franziskus mache außerdem klar, dass es ihm nicht um eine schnelle Entscheidung gehe, sondern er wolle "den Sachen bewusst auf den Grund gehen". Deshalb lade er 32 Bischöfe nach Rom ein. "Auch das finde ich äußerst gut und nachvollziehenswert, weil es nicht darum geht, jetzt irgendeinen Schnellschuss zu setzen", so Zollner. Stattdessen erkenne der Papst an, "dass die Wahrheit breiter ist und anders ist, als er bisher gedacht hat".

Franziskus hatte die Bischöfe Chiles nach Rom gerufen, um mit ihnen über die Konsequenzen aus der Missbrauchskrise zu beraten. Die Protokolle eines Teams von Sonderermittlern hätten in ihm "Schmerz und Scham" ausgelöst, betonte er in einem am Mittwoch in Rom und in Chile veröffentlichten Schreiben an die Chilenische Bischofskonferenz.

Zugleich räumte der Papst eigene schwerwiegende Fehler bei der Beurteilung der Situation ein. Dafür sei ein Mangel an wahrheitsgemäßen und ausgewogenen Informationen verantwortlich gewesen. "Ich bitte um Vergebung bei allen, die ich verletzt habe", so Franziskus wörtlich.




letzte Aktualisierung am 02.08.2017