Franz Xaver im OriginalFranz Xaver suchte der Reihe nach sämtliche Gegenden des portugiesischen Kolonialreichs in Indien auf. Überall ließ er die wichtigen Gebete in der Landessprache schriftlich zurück mit der Weisung, sie auswendig zu lernen und jeden Tag zu wiederholen. Zahlreiche Kranke, für die er betete oder beten ließ, wurden wieder gesund. Nach dem Glaubensbekenntnis, den Geboten, dem Vaterunser und dem Ave Maria trug er den Menschen eine Erklärung der Glaubensartikel und Gebote in ihrer Sprache vor und ließ sie am Ende seiner Predigt ihr Glaubensbekenntnis ablegen. Dann taufte er sie und gab einem jeden schriftlich seinen Namen. "Oft sind mir die Arme müde vom Taufen und kann ich nicht mehr reden, weil ich so oft nacheinander den Leuten die Gebete vorgesprochen und sie über die Christenpflichten in ihrer Landessprache unterwiesen habe", schrieb er am 15. Januar 1544 nach Rom. "Dabei empfand er unbeschreiblichen inneren Trost. Nur eines tat ihm weh: Wie viele Bekehrungen bleiben wegen des Mangels an Helfern, die sich des heiligen Werkes annehmen, in diesen Ländern noch zu wirken! Es packt mich, wie oft, das Verlangen, in die Universitäten Europas zu stürmen, schreiend mit lauter Stimme, wie einer, der nicht mehr bei Sinnen ist; vor allem in Paris wollte ich es alle hören lassen, deren Wissen größer ist als der Wunsch, hiervon guten Gebrauch zu machen; vor versammelter Sorbonne wollte ich es ihnen zurufen: wie viele Seelen vom Wege des Heils abkommen durch ihre Schuld, wie viele Seelen verloren gehen durch ihre Gleichgültigkeit! Wenn sie mit dem gleichen Eifer, den sie den Studien zuwenden, auch jene Rechenschaft überdenken würden, die Gott, unser Herr, dereinst von denen fordern wird; wenn sie mit der nämlichen Wachsamkeit die ihnen vom Herrn verliehenen Talente prüfen wollten - wie viele von ihnen müssten erschüttert sein! Sie würden die Mittel zu ihrem Heil ergreifen ... Und sie würden sich diesem göttlichen Willen fortan bereitwilliger als ihren eigenen Neigungen hingeben, sprechend: ‚Herr, siehe, hier bin ich. Was willst du, dass ich tun soll? Sende mich, wohin du willst, und wenn es gut ist, selbst bis nach Indien!" Auszug aus: Rita Haub, Franz Xaver - Aufbruch in die Welt (Eine Topos plus Biographie 423), Limburg - Kevelaer 2002.
|
||||||||||