Ingolstadt

Ingolstadt

Im 13. Jahrhundert gelangte Ingolstadt an der Donau in den Besitz der bayerischen Herzöge, die dem Ort Stadtrechte verliehen. Zum kulturellen Mittelpunkt des Landes wurde die Stadt 1472 mit der Gründung der ersten Universität Bayerns durch Herzog Ludwig IX.

Mit dem Tod von Johannes Eck 1543 verlor die Universität Ingolstadt einen bedeutenden katholischen Theologen und den wichtigsten Gegenspieler Martin Luthers. Das Niveau der Universität sank derart, dass Herzog Wilhelm V. sich um geeignete Professoren bemühte. Auf päpstliche Vermittlung kamen 1549 drei Jesuiten in Ingolstadt an, unter ihnen Petrus Canisius. Da das versprochene Jesuitenkolleg von Wilhelm V. jedoch nicht errichtet wurde, zog Ignatius von Loyola 1552 die Jesuiten aus Ingolstadt ab. Nach dem Tod des Herzogs begann sein Nachfolger Albrecht V. neue Verhandlungen. Petrus Canisius vereinbarte mit ihm 1555 die Gründung eines Kollegs, die Übernahme von zwei Lehrstühlen der Theologie an der Universität und der Lehrtätigkeit am Gymnasium. Darauf kehrten die Jesuiten ein Jahr später nach Ingolstadt zurück. In den fünf Klassen des Gymnasiums wurde Rhetorik, Poesie und Grammatik unterrichtet. 1576 unterzeichnete Albrecht V. die Gründungsurkunde für ein Jesuitenkolleg in Ingolstadt und etablierte damit die erste Jesuitenniederlassung in der Oberdeutschen Ordensprovinz, die damals Süddeutschland, Österreich und die Schweiz umfasste. Ingolstadt war damit auch zunächst Verwaltungssitz der Provinzleitung des Ordens; erst später wurde das Provinzialat in die Residenzstadt der Wittelsbacher nach München verlegt.

1773 wurde das Jesuitenkolleg in Ingolstadt aufgehoben.

 

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