
Kirche und Orden sind im Bewusstsein einer postmodernen Gesellschaft keine selbstverständlichen Kategorien mehr. Damit hat sich auch die Aufgabe, junge Menschen für das Ordensleben zu begeistern und ihnen bei der Klärung der Frage nach einem möglichen Ordenseintritt zu helfen, grundlegend gewandelt. Die Jesuiten haben somit im deutschsprachigen Raum Kontaktstellen eingerichtet, deren spezielles Ziel es ist, Interessenten in einem ersten Schritt über das Ordensleben zu informieren, sie zu beraten und zu begleiten.
Wenn ein „Kandidat“ zu einer gereiften Entscheidung kommt, in den Jesuitenorden einzutreten, und wenn der Orden nach einer sorgfältigen Prüfung der charakterlichen und geistlichen Voraussetzungen diesem Wunsch zustimmt, beginnt eine zweijährige Einführungszeit, das so genannte »Noviziat«. Der Novize erhält Unterricht über den Orden, seine Geschichte, Struktur und Spiritualität. In den Exerzitien, die 30 Tage dauern, vertieft er seinen Glauben und sein Gebetsleben und fragt sich vor Gott, welchen Weg er einschlagen soll. Im Gemeinschaftsleben übt er die Lebensweise der Jesuiten ein. In verschiedenen Praktika lernt der Novize Arbeiten von Jesuiten kennen. Dabei kann er sich in aller Freiheit gründlich prüfen, ob er tatsächlich Jesuit werden will; ebenso prüft der Orden den Novizen, ob er ihn aufnehmen will. Das Noviziat endet damit, dass der Novize die drei Gelübde Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ablegt.
Jährlich finden im deutschsprachigen Raum etwa 10 junge Männer den Weg ins Noviziat.