Deutsche Provinz der Jesuiten

Berufung

Wer in den Jesuitenorden eintreten will, bewirbt sich zunächst um Aufnahme in das zweijährige Noviziat. Dieses ist eine Zeit der Einübung, in der man den Orden gründlich kennen lernt, dabei spirituell wächst und im Gespräch mit den Mitbrüdern und mit Gott prüft, ob man sich lebenslang an den Orden binden möchte oder doch lieber einen anderen Weg geht. Die Prüfung ist dabei gegenseitig: Der Novize prüft sich selbst; der Orden prüft seine Novizen. Für beide Seiten besteht volle Freiheit, sich jederzeit anders zu entscheiden. Nach den zwei Jahren legt der Novize, falls er nun eintreten will, die Ordensgelübde ab und bindet sich damit für immer an die Gemeinschaft.

Das Noviziat ist ein intensiver geistlicher Weg, in dessen Zentrum die 30-tägigen Exerzitien stehen. Zum Noviziat gehören einige „Experimente” (Praktika). Während des Noviziats lebt man „auf Probe” das Leben eines Jesuiten, das heißt man lebt in Gemeinschaft und nach den drei Ordensgelübden.

Kriterien für eine Berufung zum Jesuiten sind: Wunsch nach einem intensiven spirituellen Leben und danach, als Ordenspriester oder -bruder sein Leben Gott zu weihen; Bereitschaft, sich im Rahmen der Arbeitsbereiche des Ordens zum Dienst an den Menschen senden zu lassen; praktizierter Glaube und intensives Engagement in der katholischen Kirche; psychische und körperliche Gesundheit; Fähigkeit zum Gemeinschaftsleben. Informationen zum Profil eines Jesuitenbruders finden sich in den Texten der 34. Generalkongregation

Einige formale Voraussetzungen sind zu beachten: Der Bewerber muss männlich, ledig, und katholisch sein, sein Alter sollte zwischen 20 und 40 liegen. 

Zivilrechtlich ist das Noviziat als Berufsausbildung anerkannt. Die Kosten für den Lebensunterhalt und für alle notwendigen Versicherungen übernimmt während der Zeit des Noviziats (wie für alle Ordensmitglieder) die Gemeinschaft.

letzte Aktualisierung am 17.04.2016