Die erste Gesellschaft Jesu
Wenn man wissen will - wo denn das Urbild der Gesellschaft Jesu zu
suchen wäre - dann heißt die Antwort: In Bethlehem im Stall. Da liegt das
Jesuskind in der Krippe, öffnet das rechte Auge und sieht - einen Ochsen;
dann das linke und erblickt einen Esel; und denkt: das also ist die
Gesellschaft Jesu.
Schulbildung für alle
In der gleichen Grotte zu Bethlehem fanden sich Vertreter der
verschiedenen Orden ein. Der Benediktiner sang der heiligen Familie zum
Lob einen Gregorianischen Choral. Der Dominikaner diskutierte über den
erhabenen Sinn der Menschwerdung. Der Franziskaner machte sich auf, um
draußen etwas zum Essen zu erbetteln. Und der Jesuit ging zu Maria und
sagt: "Hohe Frau, überlassen Sie den Kleinen uns - wir werden etwas aus
ihm machen!"
Praktisch veranlagt
Ein Benediktiner, ein Dominikaner, ein Franziskaner und ein Jesuit
sitzen im Zimmer. Plötzlich geht das Licht aus. Der Benediktiner betet
unbeirrt sein Stundengebet weiter, denn er kann es auswendig. Der
Dominikaner referiert über das Wesen von Licht und Finsternis. Der
Franziskaner lobt Gott, der dem Menschen auch die gnädig verhüllende
Dunkelheit schenkt. Und der Jesuit geht hinaus und wechselt die Sicherung
aus.
Seltene Gäste im Himmel
Ein Kapuziner kommt zum Himmel, klopft bescheiden an und wird
unauffällig hineingelassen. Nach einiger Zeit bemerkt er eine aufgeregte
Geschäftigkeit. Blumen werden herbeigerückt, ein roter Teppich ausgerollt,
alle Kerzen angezündet. Er erkundigt sich, was das bedeute, und erfährt,
man erwarte einen Jesuiten. Das versteht er nicht, und er fragt bei
Petrus, ob denn im Himmel nicht Gerechtigkeit ohne Bevorzugung herrsche,
wieso man also bei einem Jesuiten so viel Aufhebens mache, während man
seinen Eintritt kaum beachtet habe. Er erhält die Antwort: "Weißt du,
Kapuziner treffen hier fast jede Woche ein, aber du ahnst nicht, wie lange
es her ist, dass wir einen Jesuiten bei uns begrüßen konnten."
Raucher und Beter
Einer fragt in Rom an, ob man beim Beten rauchen dürfe - und handelt
sich einen Verweis ein, wie er es wagen könne, auch nur dran zu denken,
das Gebet durch ein halbes Laster wie das Rauchen profanieren zu wollen.
Ein Jesuit fragt, ob man beim Rauchen beten könne - und wird belobigt,
weil das der Mahnung der Schrift entspreche: "Betet ohne Unterlass!"
In Kolumbien kursiert folgender Witz über die Jesuiten: Frage:
Warum kommen Jesuiten nicht in den Himmel? Antwort: Es ist für sie keine
Verbesserung.
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Gehorsam
Bei einer Ordenstagung diskutiert man über den Gehorsam. Der anwesende
Jesuit wird gefragt: "Euer Orden legt auf den Gehorsam so großen Wert. Wie
stellt ihr es an, dass er beachtet wird?" Er antwortet: "Ganz einfach. Der
Obere erkundigt sich bei uns zunächst bei seinem Untergebenen, was der
will - und das schreibt er ihm dann vor. So haben wir nie Probleme mit dem
Gehorsam." Nach einigem Überlegen wendet ein Mitglied eines anderen Ordens
ein: "Aber es gibt doch auch Ordensleute, die selbst nicht wissen, was sie
wollen. Was macht man mit denen?" Der Jesuit erwidert: "Die macht man zu
Oberen!"
Was selbst der Teufel nicht weiß
"Das weiß der Teufel!", sagt man, um auszudrücken, dass eine Sache so
undurchsichtig scheint, dass kein Mensch Genaueres davon weiß. Drei Dinge
aber weiß angeblich nicht einmal der Teufel:
1. Woher die Bettelorden ihr Geld haben;
2. Wieviele weibliche Orden und Genossenschaften es gibt;
3. Was die Jesuiten als nächstes vorhaben.
Zwei Anekdoten über Karl Rahner
Für einen Bildband über Ignatius von Loyola verfasste Rahner als Text
eine Rede des hl. Ignatius an die Jesuiten von heute. Bei einem Treffen
mit dem Jesuitengeneral P. Arrupe erkundigte sich dieser nach dem
Schicksal des Buches. Rahner erklärte ihm, es verkaufe sich gut und sei
bereits in mehrere Sprachen übersetzt. "Ja", sagte darauf P. Arrupe, "es
sind sehr schöne Bilder in diesem Buch."
Als Pater Karl Rahner in den fünfziger Jahren Schwierigkeiten mit Rom
hatte - ohne römische Vorzensur durfte er nichts mehr veröffentlichen -,
wollte ihm die Paulusgesellschaft helfen. Zu ihren Mitgliedern zählte Dr.
Martini in Bonn, der Leibarzt Adenauers. Er wurde zu Adenauer
vorgeschickt, damit dieser sich bei Kardinal Frings für Rahner verwende.
Adenauer sage sofort: "Mach ich!" hängte sich ans Telefon und rief Frings
an: "Herr Kardinal, ich habe da so einen juten alten Freund." Er stockte,
wusste nicht mehr weiter und fragte bei zugehaltenem Hörer den
dabeisitzenden Martini: "Wie heißt er?" - "Rahner", flüstert der zurück.
"Bahner", sagte Adenauer ins Telefon. - Der Kardinal am anderen Ende
lachte.
Ein Schiff geht unter und ein Franziskaner, ein Benediktiner und ein
Jesuit kommen schwimmend davon. Der Franziskaner und der Benediktiner
werden von Haien gefressen, der Jesuit nicht. Warum?
Respekt unter Kollegen
gesammelt von Pater Albert Keller SJ
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