Deutsche Provinz der Jesuiten

Termine

Jena: Pontifikalamt zu Ehren des Hl. Petrus Kanisius

24.04.2017   19:00 - 20:00

Beschreibung: 

Weihbischof Reinhard Hauke überreicht der Katholischen Studentengemeinde (KSG) am Montag 24. April, ein Reliquiar mit einer Reliquie des heiligen Petrus Canisius. Aus diesem Anlass feiert der Weihbischof mit den Studenten ab 19 Uhr eine Heilige Messe in der Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist, wo das Reliquiar später seinen Platz finden soll.

Petrus Canisius ist der Patron der KSG. Er wirkte im 16. Jahrhundert als Theologe und Prediger bei der Erneuerung der katholischen Kirche mit und zählt zu den ersten Mitgliedern des Jesuiten-Ordens. Bei der Reliquie handelt es sich um Haare des Heiligen, die aus der Sammlung von Canisius-Reliquien der Deutschen Provinz der Jesuiten stammen und in einer ehemaligen Monstranz eingefasst sind. Das Kunstwerk ist eine Dauerleihgabe der Nordhäuser Dom-Gemeinde.

"Der Glaube an die Auferstehung der Toten hat die Christen von Anfang an die Leiber ihrer Toten, besonders der Heiligen, mit großer Ehrfurcht behandeln lassen", heißt es. Über den Gräbern der Märtyrer, später auch anderer Heiliger, errichtete man Kirchen, und schon im 4. Jahrhundert war es üblich, die Reliquien von Heiligen im Altar beizusetzen.

Im frühen Mittelalter entwickelte sich daraus eine allgemeine und bis heute gültige, wenn auch nicht mehr zwingend vorgeschriebene Praxis. Die Bezeichnung "Reliquie" (lateinisch: Überbleibsel) lässt schon erkennen, dass es sich dabei in der Regel nicht um den ganzen Leichnam des Heiligen handelt, sondern um Teile seiner sterblichen Überreste. Im weiteren Sinn zählen auch Dinge als Reliquien, die zum Leben des Heiligen gehörten (etwa Gebrauchsgegenstände oder Kleidung) oder mit dem Leib des Verstorbenen in Berührung gekommen sind. "Die Verehrung gilt nicht der Reliquie als solcher, sondern dem jeweiligen Heiligen, der ein gottgefälliges Leben geführt hat, letztlich also Gott selbst."

Im Laufe der Zeit entwickelten sich verschiedene Formen der Reliquienverehrung. Im Spätmittelalter kamen Reliquiare als Schau- und Aufbewahrungsgefäße auf. In dieser Tradition steht das für Jena bestimmte Reliquiar, das ursprünglich als Monstranz bei der Verehrung des eucharistischen Brotes diente und 1951 von der Werkstatt Adolf und Sohn in Burg (bei Magdeburg) geschaffen wurde. Das 39 Zentimeter hohe und aus getriebenem, galvanisch vergoldetem Messing gefertigte Objekt hat der Erfurter Metallgestalter Thomas Wurm zu einem Reliquiar umgearbeitet.

Seit dem 18. Jahrhundert spielt die Reliquienverehrung nördlich der Alpen eine nur noch geringe Rolle. Die Studentengemeinde in Jena will künftig bei den Patronatsfesten mit dem Reliquiar in den Festgottesdienst einziehen und es während der Feier der Messe sichtbar auf den Altar stellen.

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letzte Aktualisierung am 09.01.2015