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Claudius Aquaviva

Als Generaloberer leitete Pater Claudius Aquaviva SJ (auch Acquaviva) die Gesellschaft Jesu in turbulenter Zeit. Als jüngster Sohn eines süditalienischen Herzogs am 14. September 1543 geboren, trat Aquaviva nach dem Studium in den kirchlichen Dienst und wurde päpstlicher Kammerherr. Als im Jahr 1566 die Pest Rom heimsuchte, war er vom Einsatz der Jesuiten so beeindruckt, dass er im Juli 1567 in die Gesellschaft Jesu eintrat. Er wurde Philosophieprofessor, Rektor, Provinzial und ist 1581 im Alter von 38 Jahren zum 5. Generaloberen gewählt worden.

In den 35 Jahren seiner Amtszeit wuchs der Jesuitenorden rasant, von 5.000 auf über 13.000 Ordensmitgliedern bei seinem Tod. Große Missions-Unternehmungen standen im Mittelpunkt seines Generalates: die China-Mission mit dem Versuch einer Adaptation und Inkulturation des christlichen Glaubens (Matteo Ricci), die den sog. "Ritenstreit" auslöste, die Indien-Misssion mit dem Versuch von Religionsgesprächen (Roberto de Nobili) und die Reduktionen in Lateinamerika, besonders in Paraguay.

Das Grundanliegen Aquaviva war die Erneuerung des Ordens und die Bewahrung eines herausragenden apostolischen Engagements im Geist des Ignatius. Dem dienten zahlreiche Anweisungen und Briefe zu spirituellen Fragen, in denen er wiederholt die Aufgabe der Oberen betonte, das innere Leben der ihnen Anvertrauten zu stärken und zu vertiefen. Er verfasste im Jahre 1600 Anweisungen an alle Oberen (,,Industriae") zur "Behandlung von Krankheiten der Seele", die das geistliche Leben einschränken oder an seiner vollen Entfaltung hindern, erließ Regeln für das Noviziat und Tertiat und ordnete für jeden Jesuiten jährliche Exerzitien an. Über die Art und Weise, Geistliche Übungen zu geben, verfasste er ein Direktorium zum Exerzitienbuch (1599), und die Kollegsarbeit mit ihrem Schul- und Hochschulbetrieb regelte er im selben Jahr mit der "Ratio studiorum". Besonders oft zitiert wird seine Empfehlung an die Oberen, "stark in der Sache und milde in der Art" (fortiter in re, suaviter in modo) zu sein.Während im Inneren des Ordens immer wieder Spaltungen drohten, sprachen zwei Generalkongregationen dem Generaloberen das Vertrauen aus. Claudius Aquaviva starb am 31. Januar 1615 in Rom. 

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