• Das Grab von P. Philipp Jeningen SJ in Ellwangen.
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Philipp Jeningen

Auch 375 Jahre nach seiner Geburt hat Pater Philipp Jeningen (1642 bis 1704), sein Leben und sein Handeln, nichts an Strahlkraft eingebüßt. Er war ein Geistlicher, der nach dem 30-jährigen Krieg von Ort zu Ort gezogen war und unbeirrt das Evangelium zu den Menschen gebracht hat.

Geboren wurde Philipp Jeningen am 5. Januar 1642 in Eichstätt. Nach dem Philosophiestudium in Ingolstadt trat er 1663 trat er in Landsberg ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein; nach dem Vorbild des Hl. Franz Xaver wollte er Missionar werden. Sein Berufswunsch ging in Erfüllung, aber anders, als er erwartet hatte. Nachdem er 1672 zum Priester geweiht worden war und an den Kollegien zu Mindelheim und Dillingen unterrichtet hatte, kam er 1680 nach Ellwangen an der Jagst, um als Seelsorger in der Stadt und als Wallfahrtsseelsorger auf dem Schönenberg in der kleinen Marienkapelle zu wirken, wo die Jesuiten 1638 ein kleines Marienheiligtum, ein zweites „Loretto“ geschaffen hatten. Jeningen machte den Schönenberg zu einem Ort des gelebten Glaubens und der Geborgenheit. Als die Marienkapelle zu klein wurde, setzte er sich für den Bau einer Wallfahrtskirche ein, an deren Gestaltung er nach Kräften mitwirkte.

In einer Zeit ständiger Kriege verkündete er unermüdlich in den Gemeinden das Evangelium Christi und half nach Kräften den Notleidenden. 1681 bewog er Fürstpropst Christoph von Adelmann, für die im 30-jährigen Krieg entstandene Marienwallfahrt auf dem Schönenberg eine geräumige Wallfahrtskirche zu bauen. Der Missionar war zugleich ein Mann großer geistlicher Erfahrung und ein bedeutender Mystiker. "Der ist der Größte in der ganzen Welt, der Gott am meisten liebt", so beschrieb Philipp Jeningen seinen Maßstab, die Dinge und Menschen zu werten. Die Leidenschaft für Gott und die Sorge für die Menschen leiteten ihn und bestimmten sein Handeln. Schon zu Lebzeiten wurde er verehrt. Von seiner asketischen Lebensweise tief beeindruckt, nannten ihn die Menschen den „guten Pater Philipp“. Er starb am 8. Februar 1704 im Alter von 62 Jahren in Ellwangen. „Dem ich mein Leben verdanke, gebe ich es im Tode zurück. Alles hat seine Zeit, und nach der Zeit kommt die Ewigkeit“, hatte er zuvor in sein Tagebuch geschrieben.

Der Seligsprechungsprozess wurde 1945 in Rom eingeleitet. 1989 wurde ihm der sogenannte „heroische Tugendgrad“ zuerkannt, seither heißt Jeningen „ehrwürdiger Diener Gottes“. Am 7. November 2011 hat der Rottenburger Bischof Bischof Dr. Gebhard Fürst zur Eröffnung eines Wunderprozesses ein vom Kirchenrecht vorgeschriebenes Kirchengericht ernannt. Das Gericht prüfte, ob die medizinisch unerklärliche Heilung eines heute 70-jährigen Mannes als Wunder aufgrund der Anrufung Pater Jeningens bewertet werden kann. Der Mann war nach Angaben der Pressestelle in Rottenburg in den 1980er Jahren so schwer erkrankt, dass es medizinisch so gut wie keine Überlebenschance gab. Überraschend wurde der Mann aber gesund und konnte bald die Klinik verlassen.

Zwischen Ellwangen, wo P. Jeningen in der Liebfrauenkapelle der Basilika St. Vitus begraben ist, und der Geburtsstadt des Missionars Eichstätt besteht bis heute eine enge Verbindung: Jährlich wallfahren Pilger zu Fuß und rufen den "guten Pater Jeningen" mit ihren Sorgen, Nöten und Ängsten um seine Fürsprache an. „Pater Philipp hat geholfen“ ist die feste Überzeugung der vielen Menschen, die an seinem Grab ihre Bitten vortragen.

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