Deutsche Provinz der Jesuiten

Sexueller Missbrauch

Spätestens seit 2004 und in besonderer Weise seit 2010 sind Vorwürfe sexuellen Missbrauchs, sexueller Übergriffe und Grenzüberschreitungen gegen Kinder und Jugendliche durch Jesuiten öffentlich bekannt geworden. Die Vorwürfe, die bis in die 50er Jahre zurückreichen und sich in die 2000er Jahre erstrecken, waren oftmals der Ordensleitung bekannt.

Wir erkennen an, dass der Jesuitenorden seiner Aufgabe – dem seelischen und körperlichen Schutz der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen – nicht genügend nachgekommen ist und bedauern dies zutiefst. Das gilt auch für Erwachsene, denen Unrecht geschah. Gleichzeitig erbitten wir von den Betroffenen Vergebung für das erlittene Unrecht und die Verletzungen, die ihnen zugefügt worden sind, sowie dafür, dass Wegsehen und Weghören um sich gegriffen haben, Berichte oder Hinweise von Betroffenen nicht zur Kenntnis genommen oder die Möglichkeit von sexualisierter Gewalt gegen minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene wider besseres Wissen geleugnet wurden.

Der Jesuitenorden stellt sich seiner fortdauernden Verantwortung, insbesondere was die Prävention und den Umgang mit möglichen Verdachtsfällen heute betrifft. Unser Ziel ist es, Situationen zu schaffen, in denen Versöhnung möglich werden kann. Die Deutsche Provinz der Jesuiten handelt nach den "Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Ordenspriester, -brüder und -schwestern von Ordensgemeinschaften päpstlichen Rechts im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz sowie durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ordenseigenen Einrichtungen", die am 26.06.2014 in Kraft gesetzt wurden.

Text der Leitlinien

Rahmenordnung Prävention

Ansprechpersonen

Folgende beauftragte Ansprechpersonen nehmen Hinweise auf sexuellen Missbrauch an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen durch Ordensangehörige oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordensgemeinschaft oder ordensgetragenen Einrichtung entgegen und stehen zum Gespräch bzw. für einen (ersten) Kontakt zur Verfügung:

Marek Spitczok von Brisinski

Postfach 304152
10756 Berlin
Tel 0163 0817379
spitczok(at)posteo.de

Marek Spitczok von Brisinski arbeitet seit 2007 bei HILFE-FÜR-JUNGS e.V. in Berlin in der Prävention, Beratung und Therapie von Jungen und jungen Männern, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Weitere Informationen zum Projekt unter: www.mut-traumahilfe.de

Katja Ravat

Gewerbestraße 37
79194 Gundelfingen
Tel 0761 5036330
ravat(at)t-online.de

Katja Ravat ist Rechtsanwältin mit Tätigkeitsschwerpunkt Strafrecht, Nebenklagevertretung und Opferrechte und mit ihrer Kanzlei seit 2004 im Raum Freiburg ansässig. Sie ist ehrenamtlich in der Geschädigtenbetreuung des Weissen Rings Breisgau-Hochschwarzwald und im Vorstand von Frauenhorizonte e.V. - Anlauf- und Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Frauen - tätig.

Grundsätzlich sind auch Mitglieder des Jesuitenordens direkt ansprechbar. Die Anerkennung von übergriffigem Verhalten sowie sexualisierter Gewalt gegenüber Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen durch Ordensmitglieder sowie von Mitarbeitenden unserer Einrichtungen, ist für uns sehr schmerzlich und ein fortdauernder Prozess. Wir übernehmen Verantwortung für diese Vergangenheit und für die Zukunft, in dem wir uns der Aufklärung, der Aufarbeitung und der Prävention verpflichten. Dazu gehört auch, dass es uns Jesuiten ein Bedürfnis ist, mit Betroffenen in einen für beide Seiten heilsamen Dialog zu kommen. Dies kann in Einzelgesprächen wie in kleinen Gruppen geschehen. Absolute Diskretion unsererseits sagen wir zu. Gern können Sie Kontakt aufnehmen:

Johann Spermann SJ

Heinrich Pesch Haus
Frankenthaler Str. 229
67059 Ludwigshafen
Tel 0621 5999-160
johann.spermann(at)jesuiten.org

Pater Johann Spermann SJ ist Theologe und Psychologe; er leitet das Heinrich Pesch Haus in Ludwigshafen.

Godehard Brüntrup SJ

Hochschule für Philosophie München
Kaulbachstraße 31a
80539 München
Tel 089 2386-2171
godehard.bruentrup(at)hfph.de

Pater Godehard Brüntrup SJ ist Philosoph. Seine Schwerpunkte sind Philosophie des Geistes und philosophische Psychologie. Er hat in verschiedenen Veröffentlichungen zu sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche Stellung bezogen.

Michael Beschorner SJ

Eisenstuckstr. 27
01069 Dresden
+49 (0)351 4717326
m.beschorner(at)posteo.de

Pater Michael Beschorner SJ ist Theologe, Seelsorger und geistlicher Begleiter. Er war Schulseelsorger und Religionslehrer und ist jetzt Studentenpfarrer der Katholischen Studentengemeinde "Thomas von Aquin" in Dresden.

Weitere Texte und Informationsangebote

Untersuchungsberichte zu Missbrauchsfällen in Einrichtungen des Jesuitenordens

  • Ursula Raue: Bericht über Fälle sexuellen Missbrauchs an Schulen und anderen Einrichtungen des Jesuitenordens (27.05.2010)
  • Andrea Fischer: Die Verantwortung des Jesuitenordens in bestimmten Fällen von sexuellem Missbrauch durch Mitglieder des Ordens (Canisius-Kolleg) (08.07.2010)
  • Julia Zinsmeister: Schwere Grenzverletzungen zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen im Aloisiuskolleg Bonn-Bad-Godesberg (15.02.2011)
  • Ursula Raue: Bericht über Grenzverletzungen gegenüber Kindern und Jugendlichen im Jesuiten-Kolleg St Blasien (15.02.2011)
  • Arnfried Bintig: Grenzverletzungen im AKO Pro Scouting am Aloisiuskolleg Bonn-Bad Godesberg (06.03.2013)
  • Zwischenbericht - Meldungen über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und sexueller Übergriffe (30.05.2016)

Erklärungen zu Missbrauchsfällen

Persönliche Erklärungen

Weiterführende Artikel

letzte Aktualisierung am 15.05.2018