Armut
Was bedeutet das Armutsgelübde für Jesuiten?
Das Gelübde der Armut hat für Jesuiten zwei Bedeutungen: Armut kennzeichnet sowohl den persönlichen Lebensstil und den einer Kommunität als auch eine Lebensweise mit politischem Anspruch.
Was heißt ein Leben in Armut für Jesuiten konkret?
Armut bedeutet für Jesuiten Verzicht auf Privateigentum. Jesuiten verpflichten sich, arm zu leben, um dem Lebensstil Jesu nachzufolgen. Armut wird im Jesuitenorden nicht nur individuell, sondern auch gemeinschaftlich gelebt. Das heißt, dass Jesuiten sowohl persönlich als auch als Gemeinschaft auf Reichtum verzichten.
Warum leben Jesuiten in Armut?
Jesuiten setzen ihre Ressourcen für ihre apostolischen Aufgaben ein. Dafür müssen sie flexibel und mobil sein. Da Jesuiten oft in verschiedenen Teilen ihrer Provinz oder sogar in der ganzen Welt tätig sind, müssen sie in der Lage sein, sich schnell an neue Umstände anzupassen und ihre Arbeit ohne die Last von materiellem Besitz zu verrichten. Ein Leben nach dem evangelischen Rat der Armut ermöglicht es ihnen, sich ganz auf ihre missionarischen und pastoralen Aufgaben zu konzentrieren.
Armut bedeutet für Jesuiten auch die Ausrichtung auf das Leben der Armen. Aus dieser Anteilnahme heraus treten Jesuiten entschieden für soziale Gerechtigkeit ein.
Leben auch andere Ordensleute in Armut?
Das Armutsgelübde bezeichnet einen der drei evangelischen Räte (Armut, Keuschheit, Gehorsam), die Mitglieder katholischer Ordensgemeinschaften ablegen. Es bedeutet, dass Ordensleute auf persönlichen Besitz verzichten und ein Leben in materieller Einfachheit führen. Dieses Gelübde soll sie näher zu Gott bringen und ihnen ermöglichen, sich voll und ganz ihrem Dienst und ihrer Gemeinschaft zu widmen.