Glossar

Bericht des Pilgers

Was ist der „Bericht des Pilgers“?

Der Bericht des Pilgers ist sozusagen das geistliche Vermächtnis des heiligen Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens. Er hat ihn am Ende seines Lebens seinem engen Vertrauten Luis Gonçalves da Câmara diktiert. Deswegen ist der Bericht des Pilgers für die Biographie und Spiritualität des heiligen Ignatius von großem Wert.

Ist der „Bericht des Pilgers“ vergleichbar mit einer Autobiographie?

Auch wenn der Bericht des Pilgers am Lebensende von Ignatius von Loyola entstand, ist er keine Autobiographie im eigentlichen Sinne. Vielmehr kann dieser Text als Sammlung von Erfahrungen und spirituellen Einsichten verstanden werden, die Ignatius seinen Mitbrüdern hinterließ.

Worum geht es im „Bericht des Pilgers“?

Im Bericht des Pilgers beschreibt Ignatius von Loyola seine Bekehrung nach seiner schweren Verletzung durch eine Kanonenkugel, seine Pilgerreisen, seine Studienjahre sowie die Gründung des Jesuitenordens zusammen mit seinen Freunden. Er erzählt in diesem Werk von seinem Lebens- und Glaubensweg und wie er die Führung Gottes erlebt hat. Der Text ist als geistliches Erbe von Ignatius zu verstehen, das seinen Mitbrüdern als Inspiration und Anleitung dienen sollte.

Welche Rolle spielte das Pilgern im Leben des Ignatius von Loyola, dass er den „Bericht des Pilgers“ nannte?

Ignatius von Loyola brach im Winter 1522 zu einer Pilgerreise nach Jerusalem auf. Sein Weg führte ihn auf den Montserrat und weiter nach Manresa, wo er fast ein Jahr in größter Armut lebte. Die Zeit in Manresa war für Ignatius eine Reise in sein Inneres. Er durchlebte nicht nur Momente des Friedens und der Freude, sondern durchlitt auch Ängste, Anfeindungen und Skrupel. Sogar Selbstmordgedanken waren ihm in dieser Zeit nicht fremd. Trotzdem spürte er die Führung Gottes.

Was für Ignatius dann folgte, ist vergleichbar mit einer Pilgerreise, denn aus seinem ursprünglichen Bestreben, nach Jerusalem zu Pilgern, wurde eine ganz andere Pilgerschaft. Schließlich endete Ignatius in Rom, wo er mit seinen Freunden den Jesuitenorden gründete.

Wie inspiriert der „Bericht des Pilgers“ die Jesuiten heute?

Wenn sich junge Männer für ein Leben im Jesuitenorden entscheiden, lassen sie sich darauf ein, sich senden zu lassen. Im Noviziat, der ersten Station für Jesuiten in Ausbildung, wird diese Sendung in einem Pilgerexperiment ganz konkret. Etwa vier Wochen lang begibt sich der Novize nur mit einem Notgroschen auf den Weg. Verpflegung und einen Schlafplatz für die Nacht soll er „um der Liebe Gottes unseren Herrn willen an den Türen“ erbitten, wie es in den Satzungen des Jesuitenordens heißt. Das ist ein Beispiel für die Bedeutung des Berichts des Pilgers für die Jesuiten heute.

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