Cura Personalis
Was heißt „Cura Personalis“?
„Cura Personalis“ kommt aus dem Lateinischen und kann im Deutschen mit „Sorge für den Einzelnen“ übersetzt werden. Es ist ein jesuitisches Führungsprinzip, das den Einzelnen in seiner Beziehung zu Gott und zu seinen Mitmenschen und seine persönliche Entwicklung in den Blick nimmt.
Welche Bedeutung hat die Cura Personalis im Jesuitenorden?
Die Cura personalis als Sorge um den Einzelnen steht im Selbstverständnis des Jesuitenordens an erster Stelle. Dies gilt nicht nur innerhalb des Ordens zwischen dem Oberen und seinen Mitbrüdern. Dieses Grundprinzip gilt zum Beispiel auch in den Kommunitäten mit Blick auf jeden Jesuiten der Gemeinschaft oder in den Kollegien für die Beziehung der Jesuiten zu Schülern und Erziehern, Lehrern und Angestellten.
Warum wird im Jesuitenorden so viel Wert auf die Cura Personalis gelegt?
Durch die Sorge um den Einzelnen wird jede Person in ihrer Einmaligkeit und Gottebenbildlichkeit ernst genommen. Ein solcher Umgang miteinander fördert die Fähigkeiten und Talente, die im Einzelnen grundgelegt sind.
Wie wird die Cura Personalis auf der Provinzebene umgesetzt?
Die Cura Personalis ist im Jesuitenorden eine zentrale Aufgabe des Provinzials. Sie umfasst die persönliche Sorge um jeden einzelnen Jesuiten in der Provinz. Konkret bedeutet das:
- Regelmäßige Gespräche: Der Provinzial führt regelmäßige Gespräche mit jedem Jesuiten in der Provinz über seine Arbeit, sein Leben und seine spirituelle Entwicklung.
- Unterstützung und Begleitung: Er bietet Unterstützung und Begleitung in persönlichen und beruflichen Angelegenheiten, um sicherzustellen, dass jeder Jesuit seine Berufung bestmöglich leben kann.
- Förderung der ganzheitlichen Entwicklung: Der Provinzial achtet darauf, dass die Jesuiten nicht nur intellektuell, sondern auch emotional und spirituell gefördert werden.