Exerzitien
Was sind Exerzitien?
Exerzitien sind die „Geistlichen Übungen“, die nach der Weisung seines Gründers Ignatius von Loyola in den Geist des Jesuitenordens einführen und zu einer spirituellen Erneuerung und Orientierung verhelfen. Wer an Exerzitien teilnimmt, wird als „Exerzitant“, übersetzt „Übender“, bezeichnet.
Warum machen Menschen Exerzitien?
Exerzitien wollen mehr Klarheit in das Leben bringen, den Menschen neu auf Gott hin ausrichten und bei Lebensentscheidungen und der Orientierungssuche helfen. So wie es Übungen (lat. „Exercitia“) für den Körper gibt, gibt es auch „Geistliche Übungen“ für Seele und Leib, wie etwa verschiedene Formen und Weisen von Gebet, Betrachtung, Meditation und Körperübungen.
Welche Arten von Exerzitien gibt es?
Alle Exerzitien gehen methodisch vor: Wählt man Methoden aus dem „Exerzitienbuch“ des Ignatius von Loyola, vor allem Übungen mit Bibeltexten, nennt man diese Exerzitien „ignatianisch“ – die ursprüngliche und bis heute weit verbreitete Form. Es gibt auch erweiterte Formen: Kontemplative Exerzitien legen den Akzent auf ein schweigendes Schauen auf Gott. Benediktinische, franziskanische Exerzitien usw. verbinden diese mit Elementen anderer Spiritualitäten. Wanderexerzitien, Straßenexerzitien, Filmexerzitien usw. integrieren entsprechende methodische Elemente.
Was macht man bei Exerzitien?
Wesentliche Elemente von Exerzitien sind: persönliche Gebetszeiten, Stille und Gespräche mit einer Begleiterin oder einem Begleiter. Ignatianische Einzelexerzitien sind eine bewährte Möglichkeit, die Gottesbeziehung zu vertiefen und Lebensentscheidungen – wenn sie anstehen – vor Gott zu treffen. Dabei werden die persönlichen Lebenssituationen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgegriffen und die Übungen auf diesem geistlichen Weg individuell angepasst.
Wie lange dauern Exerzitien?
Die volle Form der Exerzitien nach Ignatius von Loyola dauert dreißig Tage. Häufiger sind kürzere Formen von zumeist sechs bis zehn Tagen Dauer, in durchgängigem Schweigen, mit drei bis vier persönlichen Gebetszeiten an jedem Tag. Inhalt des täglichen Gesprächs mit dem Begleiter oder der Begleiterin ist der persönliche Weg vor und mit Gott.
Wie kann man an Exerzitien nach Ignatius von Loyola teilnehmen?
Ignatianische Einzelexerzitien werden für Einzelne oder als Kurs für eine Gruppe angeboten. In einem Kurs sind in der Regel auch die Feier der Eucharistie und gemeinsame Gebetszeiten Bestandteil des Programms. Weitere gemeinsame Elemente können sein: täglicher (kurzer) Vortrag, gemeinsame Meditationszeiten, Angebote zur vertiefenden Körperwahrnehmung und Tageszeitengebet. Der Jesuitenorden betreibt Exerzitienhäuser, die verschiedene Exerzitienformate anbieten. Zu den Exerzitienhäusern der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten