Experimente
Was wird im Jesuitenorden als „Experimente“ bezeichnet?
„Experimente“ nennt man die vier Praktika, die ein Novize im Laufe der zweijährigen Probezeit im Noviziat macht. Diese Experimente sind wesentliche Bestandteile des Noviziats und dienen dazu, die Novizen auf ihre zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen vorzubereiten. Zugleich bieten sie den Novizen die Möglichkeit, den Glauben zu vertiefen und als Person zu wachsen.
Warum gibt es Experimente im Noviziat?
Der Sinn der Experimente besteht darin, sich in praktischer, herausfordernder Tätigkeit zu prüfen und zu erproben, ob es den Ruf zum Leben als Jesuit gibt. Der Orden kann in dieser Zeit prüfen, ob der Novize Reife und Freiheit entwickelt, sich endgültig für ein Leben für Gott und die Menschen zu entscheiden. Die Experimente zeigen, ob ein Novize Arbeiten und Beten zusammenfügen und -leben kann.
Welche Arten von Experimenten im Noviziat gibt es?
Die Experimente sind darauf ausgelegt, die Novizen in verschiedenen Bereichen zu fordern und zu fördern, damit sie ihre Stärken und Schwächen besser kennenlernen und sich auf ihre zukünftige Rolle im Orden vorbereiten können. Beispiele für solche Experimente im Noviziat sind:
- Pflegeexperiment: Die Novizen arbeiten in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, um Erfahrungen im Umgang mit kranken und hilfsbedürftigen Menschen zu sammeln.
- Armutsexperiment: Dieses Experiment konfrontiert die Novizen mit Situationen der Armut und Unsicherheit, um ihre Fähigkeit zur Anpassung und ihr Vertrauen in Gott zu stärken. Das Experiment kann zum Beispiel als mehrwöchige Wanderung ohne Geld und Unterkunft gestaltet sein. In dieser Zeit sind die Novizen auf die Hilfe durch Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnen, angewiesen.
- Pastoralexperiment: Die Novizen sammeln praktische Erfahrungen in der Seelsorge, etwa in Gemeinden, Gefängnissen oder sozialen Einrichtungen.
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Gerald Baumgartner SJ berichtet von Experimenten in seiner Noviziatszeit