Glossar

Gelübde

Welche Gelübde legen Jesuiten ab?

Jesuiten verpflichten sich zu den evangelischen Räten, das heißt sie versprechen Armut, Keuschheit und Gehorsam, wenn sie Gelübde ablegen. Indem Jesuiten die Gelübde ablegen, binden sie sich an den Orden. Manche Jesuiten legen bei einer feierlichen Profess noch ein viertes Gelübde ab und versprechen Gehorsam gegenüber den Sendungen des Papstes.

Wann legen Jesuiten die Gelübde ab?

Wenn sich junge Männer für ein Leben als Jesuit entscheiden, starten sie mit einem zweijährigen Noviziat, der ersten Station in der Ausbildung zum Jesuiten. Am Ende dieser Prüfungszeit werden die Ersten Gelübde abgelegt: Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Die letzte Ausbildungszeit absolvieren Jesuiten mit dem Tertiat, in der sie sich auf die endgültige Eingliederung in den Jesuitenorden vorbereiten. Am Ende des Tertiats legen die Jesuiten die Letzten Gelübde (Profess) ab. Darin binden sich der Jesuit und der Orden wechselseitig im nochmaligen Versprechen der evangelischen Räte Armut, Keuschheit und Gehorsam aneinander. Manche Jesuiten verpflichten sich zu diesem Zeitpunkt in einem vierten Gelübde auch dem Papst gegenüber mit Blick auf besondere Sendungen.

Was versprechen Jesuiten, wenn sie Gelübde ablegen?

Die Gelübde, die Jesuiten am Ende des Noviziats und des Tertiats ablegen, umfassen die drei evangelischen Räte Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam und gegebenenfalls noch das Gelübde des Papstgehorsams:

  1. Armut: Jesuiten verpflichten sich, auf der persönlichen Ebene ein einfaches Leben zu führen und auf Besitz zu verzichten, um sich ganz dem Dienst an Gott und den Menschen zu widmen. Auch der Jesuitenorden als ganzer verzichtet auf Reichtum.
  2. Ehelosigkeit: Jesuiten versprechen, ehelos zu leben, um sich vollständig auf ihre geistlichen Aufgaben konzentrieren zu können. Durch ein Leben in Ehelosigkeit stellen sich Jesuiten in die Gemeinschaft ihres Ordens, dem sie treu bleiben.
  3. Gehorsam: Jesuiten geloben, den Anweisungen ihrer Oberen zu folgen. Das bedeutet, dass sich Jesuiten in Aufgaben senden lassen und auf diese Weise den Willen Gottes zu erfüllen versuchen.
  4. Papstgehorsam: Viele Jesuiten legen ein viertes Gelübde gegenüber dem Papst ab und verpflichten sich dabei, seine Anweisungen in Bezug auf ihre missionarischen Einsätze und apostolischen Aufgaben zu befolgen.

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