Papstgehorsam
Wann legen Jesuiten das Gelübde des Papstgehorsams ab?
Wenn Jesuiten nach dem Abschluss ihrer Ordensausbildung die drei Gelübde Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam erneuern, fügen sie bei der feierlichen Profess noch ein viertes Gelübde hinzu, in dem sie den besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst zum Ausdruck bringen.
Warum gibt es für Jesuiten noch ein viertes Gelübde, den Papstgehorsam?
Der Papstgehorsam bezieht sich auf die besondere Sendung durch den Papst als Vertreter der Gesamtkirche. Mit der Bindung an den Papst stellt sich der Jesuitenorden und der einzelne Jesuit der Weltkirche und nicht einzelnen Diözesen zur Verfügung. Im Papstgelübde vollzieht sich die Anbindung des Ordens an die Kirche, der der Jesuitenorden in ihrer universalen, missionarischen Dimension dienen will. Dieses vierte Gelübde ist somit ein Ausdruck der tiefen Hingabe und des Engagements der Jesuiten für die Mission der Kirche und ihre Bereitschaft, sich den Herausforderungen des Dienstes überall auf der Welt zu stellen.
Welche historische Bedeutung hat das vierte Gelübde des Papstgehorsams?
Ohne das Papstgelübde hätte der Jesuitenorden nicht seine Dynamik entwickelt, denn es förderte die weltweite Verbreitung des Ordens. Das liegt daran, dass sich Jesuiten durch das Papstgelübde in Bezug auf Mission und Sendung dem Papst besonders unterstellen. Dass ein Jesuit Papst werden würde, wie es bei Papst Franziskus der Fall war, passt letztlich nicht zum Orden.
Welche historischen Wurzeln hat das Gelübde des Papstgehorsams?
Ignatius von Loyola und seine Freunde, die Gründer des Jesuitenordens, waren 1540 nach Rom gekommen, weil sie dem Papst zutrauten, zu wissen, wo in der weltweiten Kirche der größere Bedarf an gut ausgebildeten Priestern ist. Daher legten sie enormen Wert auf den Gehorsam gegenüber dem Papst, um die Einheit der Kirche zu fördern und die Mission bzw. Sendung effektiver zu gestalten. Das Gelübde unterstreicht die Bereitschaft der Jesuiten, sich in den Dienst der Kirche zu stellen und ihre Fähigkeiten und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden.