Glossar

Universale Apostolische Präferenzen (UAPs)

Was sind Universale Apostolische Präferenzen?

Die Universalen Apostolischen Präferenzen (UAPs) sind Schwerpunkte, die sich der Jesuitenorden für seine Arbeit in den nächsten Jahren gegeben hat. Von 2019 bis 2029 sollen sie prägen, wie Jesuiten die Sendung des Ordens leben und umsetzen. Die UAPs gelten universal, also für den ganzen Orden auf der ganzen Welt, für alle apostolischen Bereiche und Werke.

Warum hat sich der Jesuitenorden die Universalen Apostolischen Präferenzen gegeben?

Die Universalen Apostolischen Präferenzen sind eine Richtschnur für das Wirken der Jesuiten und des ganzen Ordens, sie sind eine transformierende Kraft und verbinden Jesuiten über Provinzen und Kontinente hinweg in ihrem Einsatz für die gleichen vier großen Ziele.

Die Herausforderung bei den UAPs für Jesuiten ist es, sie in jede Sendung zu integrieren – in die persönliche als einzelner Jesuit, in die Sendung als Gemeinschaft und in die Sendung als weltweiter Orden. Dadurch soll eine Transformation ins Rollen kommen – ebenfalls auf diesen drei Ebenen. Gleichzeitig sollen die UAPs die Jesuiten auf der ganzen Welt vereinen in ihrem Einsatz für die gemeinsame Sendung. Das drückt der Generalobere der Jesuiten, P. Arturo Sosa SJ, so aus: „Wir wollten die beste Weise für das Zusammenarbeiten in der Sendung des Herrn finden, die am besten für den Dienst der Kirche in diesem Moment passt und die wir am besten realisieren können mit dem, was wir sind und haben, indem wir das zu tun suchen, was von größerem Dienst für Gott und das Gemeinwohl ist.“

Welche Universalen Apostolischen Präferenzen hat sich der Jesuitenorden gegeben?

  1. Ein Weg zu Gott: Durch Unterscheidung und Geistliche Übungen Gott finden helfen. Mehr erfahren
  2. An der Seite der Benachteiligten: Gemeinsam mit den Armen, den Verworfenen der Welt, den in ihrer Würde Verletzten auf dem Weg sein, gesandt zu Versöhnung und Gerechtigkeit. Mehr erfahren
  3. Mit jungen Menschen: Jugendliche und junge Erwachsene bei der Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft begleiten. Mehr erfahren
  4. Für die Schöpfung: In der Sorge für das Gemeinsame Haus zusammenarbeiten. Mehr erfahren

Wie sind die vier Universalen Apostolischen Präferenzen entstanden?

Die vier Universalen Apostolischen Präferenzen sind in einem gemeinschaftlichen Unterscheidungsprozess entstanden, nicht durch ein Komitee von Experten. Das heißt: Durch Beten, Austausch und Diskutieren haben sich Jesuiten innerhalb von zwei Jahren auf diese vier Schwerpunkte verständigt. Leitend dafür war die Frage: Welche Akzente möchte sich der Jesuitenorden zusammen mit seinen Werken in den nächsten Jahren setzen?

Diese Frage haben alle Jesuiten durchdacht und mit anderen Jesuiten in ihren Kommunitäten und Werken diskutiert. Im nächsten Schritt gingen die Ergebnisse auf die Ebene der Provinz weiter, dann auf die Ebene der Konferenzen von mehreren Provinzen. Schließlich kamen die Ergebnisse zur Leitung des Gesamtordens nach Rom. Der Generalobere der Jesuiten, P. Arturo Sosa SJ, sagte, dass die Übereinstimmungen der Rückmeldungen aus den verschiedenen Kontinenten erstaunlich gewesen seien.

Die Schwerpunkte, die bei diesem Unterscheidungsprozess gefunden wurden, hat Papst Franziskus offiziell bestätigt. Dieser Prozess war einzigartig: Zum ersten Mal in der Geschichte des Jesuitenordens haben alle Jesuiten auf der ganzen Welt mitdiskutiert, wie sich die Gesellschaft Jesu von 2019 bis 2029 für die Kirche und die Gesellschaft einsetzen möchte.

Gelten die Universalen Apostolischen Präferenzen für alle Jesuiten auf der ganzen Welt?

Die UAPs sind nicht auf einzelne Regionen und bestimmte Teilbereiche des jesuitischen Wirkens beschränkt, sondern beziehen sich auf alles, was Jesuiten tun – auf der ganzen Welt. Das bedeutet: Die UAPs sind für den gesamten Orden und weltweit von Bedeutung und betreffen alle jesuitischen Werke und Einrichtungen. Sie durchziehen alle Dienste und Aufgaben, die Jesuiten ausüben. P. Arturo Sosa SJ, Generaloberer der Jesuiten, erklärt, dass es sich bei den UAPs nicht um Prioritäten, sondern um Präferenzen handelt: „Eine Priorität ist etwas, das als wichtiger angesehen wird als etwas anderes; eine Präferenz ist eine Orientierung, ein Wegweiser, ein Ruf.“

Wann sind die Universalen Apostolischen Präferenzen erledigt?

Der Jesuitenorden hat sich die Universalen Apostolischen Präferenzen nicht deswegen gegeben, um sie eine nach der anderen abarbeiten und abhaken zu können. Vielmehr sollen die UAPs wie Farben alles Wirken und Tun, alles Entscheiden und Ausrichten des Ordens durchdringen – vom einzelnen Jesuiten bis hin zur ganzen Gesellschaft Jesu. Die UAPs sind keine Aufgabe, die man beginnt und irgendwann beendet, sondern sie sind wie ein Horizont, den man bei allem, was man tut, stets im Blick behält.

Aktuelles, wie sich Jesuiten in der Zentraleuropäischen Provinz in ihrer Mission von den UAPs leiten lassen, gibt es hier

zur Glossar-Übersicht

Das Magazin „Jesuiten“ erscheint mit Ausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bitte wählen Sie Ihre Region aus:

×
- ×