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Alfons Rodríguez: Pförtner des Gebets

Manche Heilige verehren wir wegen ihrer bewunderswerten Taten, so den Hl. Peter Claver, den Freund und Schüler des Hl. Alfons Rodríguez, der vierzig Jahre lang unter Sklaven arbeitete. Alfons selbst ist dagegen ein Heiliger, der bescheiden ein normales Alltagsleben führte und eher im Verborgenen zu kämpfen hatte - gegen das eigene Versagen, Verlustängste, gegen Versuchungen und Krankheiten. Am 30. Oktober 2017 war sein 400. Todestag.

Alfons (Alonso) Rodríguez wurde am 25. Juli 1531 in Segovia (Spanien) als zweiter Sohn eines wohlhabenden Tuch- und Wollhändlers geboren. Seine sorglose Kindheit endete mit dem Tod seines Vaters, kurz nachdem der zwölfjährige Knabe begonnen hatte, das neu eröffnete Jesuitenkolleg in der Stadt Alcalá zu besuchen. Er musste die Schule verlassen und seiner Mutter im Geschäft helfen, das er schließlich übernahm und weiterführte. Im Alter von 27 Jahren heiratete er Maria Suárez, mit der er drei Kinder hatte. Nach dem Tod seiner Frau und all seiner Kinder, und weil auch die Geschäfte immer schlechter gingen, begann Rodriguez darüber nachzudenken, wie er seinem Leben eine andere Richtung geben könnte.

Zunächst suchte er um Aufnahme in die Gesellschaft Jesu als Kandidat für das Priesteramt an. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren, der unvollständigen Schulbildung und einer bereits angeschlagenen Gesundheit wurde sein Ansuchen aber abgelehnt. Deshalb zog er 1568 nach Valencia, wo er versuchte, seine Wissenslücken durch Kurse in Grammatik und Rhetorik zu schließen. Dieses Vorhaben scheiterte zwar, er wurde jedoch im Januar 1571 als Bruder in den Jesuitenorden aufgenommen.

Schon ein halbes Jahr nach seinem Eintritt in das Noviziat sandte man ihn in das Jesuitenkolleg von Montesión in Palma de Mallorca. Dort wurde ihm die Aufgabe des Pförtners übertragen. Rodriguez übte diesen Dienst über 46 Jahre aus, wobei er sich durch eine besondere Demut und Frömmigkeit auszeichnete und für alle, die Rat oder Hilfe suchten, ein offenes Ohr hatte. Als Peter Claver am Kolleg von Montesión Philosophie studierte, schloss er Freundschaft mit dem freundlichen Bruder an der Pforte, der ihn in seinem Vorhaben bestärkte, in die Mission nach Südamerika zu gehen.

Bruder Alfons Rodríguez führte äußerlich ein stilles und normales Alltagsleben. Erst nach seinem Tod am 30. Oktober 1617 entdeckte man ein umfangreiches aszetisch-mystisches Werk - insgesamt 1.755 Seiten, auf denen er seine Predigten, Vorträge und die tiefen geistlichen Erkenntnisse seines inneren Lebens festgehalten hatte.

1825 sprach ihn Papst Leo XII. selig; die Heiligsprechung erfolgte 1888 durch Leo XIII. "Einen der größten Heiligen der Kirche" nennt ihn die Heiligsprechungsbulle. Sein Gedenktag ist am 31. Oktober.

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