Jesuiten 2025-1 (Österreich-Ausgabe)

Jesuiten setzen auf Bildung als Weg zu Frieden und Gerechtigkeit Die Initiative Jesuit Worldwide Learning (JWL) bildet in Krisenregionen weltweit Führungskräfte für eine bessere Zukunft aus. Eine Kooperation mit dem internationalen Hilfswerk jesuitenweltweit soll helfen, die positive Entwicklung fortzuschreiben. „Bildung ist der Schlüssel zu langfristigen Lösungen“, sagt P. Peter Balleis SJ, Präsident von JWL: „Wenn wir eine friedlichere, gerechtere und nachhaltigere Welt wollen, müssen wir in Bildung investieren. Und zwar auch dort, wo Menschen ausgegrenzt sind.“ Nur sieben Prozent der Geflüchteten weltweit haben Zugang zu höherer Bildung. JWL bietet ihnen seit 15 Jahren eine neue Perspektive: Das Bildungsangebot in 32 Ländern reicht von Sprachkursen über eine Berufsausbildung bis hin zu akademischen Abschlüssen in Zusammenarbeit mit renommierten Hochschulen. Die Absolventinnen und Absolventen werden zu Führungskräften, die Lösungen für eine bessere Zukunft ihrer Heimatländer entwickeln und umsetzen. „Beim Start des ersten Online-Lernzentrums von JWL im Kakuma-Flüchtlingslager in Kenia konnte ich selbst mitwirken“, erinnert sich P. Christian Braunigger SJ, Leiter von jesuitenweltweit Deutschland. Eineinhalb Jahrzehnte später sei JWL „zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden“, die mit Unterstützung von jesuitenweltweit künftig gefestigt und ausgebaut werden soll. Spenden und helfen: jesuitenweltweit.at/JWL Zwischenbilanz 15 Jahre nach dem Beginn eines historischen Prozesses In Berlin haben P. Klaus Mertes SJ und Matthias Katsch von der Initiative „Eckiger Tisch“ eine Zwischenbilanz zur Aufarbeitung in der katholischen Kirche in Deutschland gezogen. Vor 15 Jahren hatte Matthias Katsch mit zwei weiteren ehemaligen Schülern Pater Mertes aufgesucht, der damals Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin war, und ihm von den Missbrauchserfahrungen berichtet. Nach dem Gespräch schrieb Pater Mertes einen Brief an die betroffenen Jahrgänge, der später veröffentlicht wurde. „Rückblickend gesehen war das der Beginn eines historischen Prozesses der Öffnung für das Thema des sexualisierten Machtmissbrauchs in Kirche und Gesellschaft“, sagt Pater Mertes. „Ein Prozess, der bis heute anhält und weitergeht.“ Seitdem wurde viel Gutes an Aufarbeitung und Prävention in Kirche und Ordensgemeinschaften geleistet, bestätigen die Betroffenen. Dennoch bleibe viel zu tun. Matthias Katsch fordert eine „angemessene Entschädigung“ und sieht den Staat stärker in der Pflicht, um auch für Opfer anderer Institutionen und in Familien eine Lösung zu finden. Rückblickend dankte Pater Mertes den damaligen Schülerinnen und Schülern des CanisiusKollegs. „Der Rückhalt bei den Schülerinnen und Schülern war von entscheidender Bedeutung dafür, dass sich die ganze Institution hinter den Aufarbeitungskurs stellte.“ Kurdische JWL-Studierende aus dem Nordirak Pater Mertes in der Bundespressekonferenz Fotos links: JWL/SJ-Bild 28 NACHRICHTEN

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