Jesuiten 2025-1 (Österreich-Ausgabe)

AUS DER REGION Mitarbeitende sein statt Mitarbeitende zu „haben“ Mächtig erheben sich die Türme des „Alten Domes“ über der Altstadt von Linz. Der 1669 als Jesuitenkirche geweihte repräsentative Bau diente ab 1785 den Linzer Bischöfen als Domkirche, bevor er 1909 erneut den Jesuiten zur Seelsorge überlassen wurde. Dazwischen liegt die gewaltige Zäsur der 1773 erfolgten Aufhebung der Gesellschaft Jesu, dann ihre weltweite Wiederherstellung 1814 und in Folge die schrittweise Rückkehr der Jesuiten nach Linz, zuletzt 1909 an den „Alten Dom“. Die Kirchtürme sind Ausdruck des jesuitischen Selbstverständnisses zur Erbauerzeit. Aber sie sind ebenso Zeugen mehrmaligen Anfangens und Aufhörens, im Großen wie im Kleinen, einer Grunderfahrung im sich über die Jahrhunderte hin stets wandelnden Wirken des Ordens, so auch in Linz. Mit 31. Juli 2023 – auf den Tag 354 Jahre nach der Weihe der Ignatiuskirche – wurde die Jesuitenkommunität am „Alten Dom“ nach einer nicht zuletzt auch im 20. Jahrhundert bewegten Geschichte aufgehoben. Mehrere Gründe haben diesen Schritt zuletzt unausweichlich erscheinen lassen – auch, aber nicht nur, weil die Zahl der Jesuiten kontinuierlich zurückgeht. Ignatiuskirche vom Linzer Hauptplatz aus gesehen. 34

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