Jesuiten 2025-4 (Deutschland-Ausgabe)

P. Kundong Kim SJ studierte Bibelwissenschaft in Rom und in München. Er macht gerade sein Tertiat (letzter Ausbildungsabschnitt im Jesuitenorden) auf Sri Lanka. Danach beginnt er seine Lehrtätigkeit in Seoul, Südkorea. keine Wunder um der Wunder willen, sondern nutzte die Gelegenheit, um die Beziehung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen zu vertiefen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Heilung, Befreiung und die persönliche Beziehung zu Jesus die charakteristischen Merkmale der Wunder Jesu sind. Dadurch sind seine Wunder Zeichen für etwas, das größer ist als unser Leben und die Welt hier und jetzt. Hätte Jesus die Wunder selbst zum Ziel gehabt, hätte er alle Kranken geheilt und den Hunger aus der Welt getrieben. Aber nach 2000 Jahren gibt es immer noch Menschen, die krank sind und hungern. Wir erleben immer noch eine Welt voller Leid und Ungerechtigkeit. Daher haben sich seine Wunder nicht nur damals ereignet, sondern verweisen wesentlich auf das Reich Gottes, das bereits begonnen hat, aber noch auf seine Vollendung wartet. Dann können auch die Wunder, die wir in der nachbiblischen Zeit erfahren, nur Wert haben, wenn sie an den Merkmalen der Wunder Jesu Maß nehmen und zum Kommen des Reiches Gottes beitragen. In diesem Sinne denke ich, dass es Jesu Absicht bei seiner Wundertätigkeit entspricht, wenn wir uns von seinen Wundern inspirieren lassen und uns dann entscheiden, ihm hier und jetzt mit Glauben, Hoffnung und Liebe zu antworten. Unsere innere Verwandlung ist das, was die (nach-)biblischen Wunder in uns bewirken wollen, damit wir bereitwillig und mit Eifer am Reich Gottes teilhaben können. Deshalb sind Wunder für uns, die Gläubigen, Zeichen für das Reich Gottes. Wir können in ihnen einen Blick auf das Reich Gottes werfen und geduldig darauf warten. Durch sie nehmen wir das Reich Gottes bereits hier und jetzt vorweg. Portrait © privat; Aquarell (Ausschnitt) © Andreas Felger 21

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