Jesuiten 2025-4 (Deutschland-Ausgabe)

Fotos: @ SJ-Bild Zum 80. Todestag: Erinnerung an den „Apostel Münchens“ Am Münchener Hauptbahnhof ist zum 80. Todestag eine Statue des seligen P. Rupert Mayer SJ (1876–1945) aufgestellt und gesegnet worden. Die Statue erinnert daran, dass Pater Mayer ab August 1925 Bahnhofsgottesdienste einführte, damit Ausflügler ihrer Sonntagspflicht in aller Frühe, im Sommer schon um 3:00 Uhr morgens, nachkommen und dann ins Umland fahren konnten. Pater Mayer widmete sich in München dem Dienst an den Bedürftigen, half bei der Nahrungs-, Arbeits- und Wohnungsbeschaffung und sorgte dafür, dass die Menschen über ihren Sorgen den Glauben nicht vergaßen. Für seinen Mut als Feldkaplan in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs wurde er 1915 mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1916 wurde er so schwer verwundet, dass ihm ein Bein abgenommen werden musste. In den 1920er Jahren war Rupert Mayer „die Stimme der Katholiken“ in München. Er warnte vor den Nazis, wurde verhaftet und kam ins Konzentrationslager. Vor 80 Jahren, wenige Monate nach seiner Befreiung durch die Amerikaner, starb Pater Mayer am Fest Allerheiligen im Jahr 1945: Während einer Predigt in der Kreuzkapelle der Kirche St. Michael in der Münchener Innenstadt erlitt er einen Schlaganfall. Überliefert ist, dass er – gestützt durch seine Beinprothese – aufrecht am Altar stehen blieb. Pater Mayer wurde in der Bürgersaalkirche in der Münchener Innenstadt beigesetzt und am 3. Mai 1987 durch Papst Johannes Paul II. während eines Gottesdienstes im Olympiastadion seliggesprochen. „Gott durch mich wirken lassen“ – Drei Jesuiten werden Priester Drei junge Jesuiten sind einen weiteren Schritt gegangen, mit ihrem Leben Gott und den Menschen zu dienen: Gerald Baumgartner SJ, Manfred Grimm SJ und Daniel Weber SJ wurden am 6. September zu Priestern geweiht. Michael Kardinal Czerny SJ spendete ihnen die Weihe in der Innsbrucker Jesuiten- und Universitätskirche. Was bewegt die drei neu geweihten Priester dazu, ihr Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen? „Priester zu sein bedeutet für mich, als Mensch zu wachsen und gleichzeitig als Christ zu wachsen, um immer mehr Gott durch mich wirken zu lassen, der ja alles Gute selbst vollbringt“, sagt Gerald Baumgartner. Für seine Priesterweihe ist er aus Syrien angereist, wo er in Aleppo in der Jugendarbeit und ökumenischen Arbeit tätig ist. „Ich hoffe, dass es mir gelingt, etwas dazu beitragen zu können, dass das Evangelium einen Platz und eine Stimme in der Welt hat“, sagt Manfred Grimm. Den Weg zu den Jesuiten fand Manfred Grimm SJ nach einer Ausbildung zum Drucker über das Spätberufenenseminar St. Matthias in Wolfratshausen. „Ich möchte meinen priesterlichen Dienst aus der ignatianischen Spiritualität heraus leben“, so Daniel Weber. „Die Priesterweihe ist für mich eine tiefgreifende Antwort auf Gottes Ruf – kein Abschluss, sondern ein bewusster, neuer Schritt auf meinem Weg.“ Deswegen sei die Weihe für ihn ein Auftrag: „mich nicht zurückzuziehen, sondern präsent zu sein – gerade in einer Kirche im Wandel und vor vielen Herausforderungen.“ v.l.: Daniel Weber, Gerald Baumgartner, Kardinal Czerny, und Manfred Grimm 28 NACHRICHTEN

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