Bei Tieren in die Schule gehen Was ist unser Verhältnis zu Tieren? Dieser Frage geht Dominik Ritter nach. Wir halten Tiere als Haustiere, streicheln und verwöhnen sie. Wir halten sie als Nutztiere und achten dabei auf Milchmengen und Fleischzuwachsraten. Wir begegnen Tieren aus der Wildnis, wie Wolf oder Mücke, mit Angst oder Abwehr. Oder wir sind von Wildtieren ästhetisch-emotional überwältigt wie bei Naturfilmen oder einer Safari. Dabei stellt sich der Mensch immer dominant über das Tier. Haustiere „dienen“ dem Menschen und Wildtiere sind im Film „niedlich“, worin irgendwie auch „niedrig“ mitschwingt. Andere Tiere versucht der Mensch im Zaum oder vom Zaun zu halten – zum Beispiel mit Mückenspray oder Abschussplänen. Bei Schweinen, Mastgeflügel oder Mastrindern sprechen wir gleich von „Fleischproduktion“ und nicht mehr von Lebewesen. Doch was wäre, wenn wir Tiere nicht mehr nur als uns dienend untergeordnet, sondern als unsere Partner, vielleicht als unsere Lehrer und Lehrerinnen empfinden? Dies möchte ich am Beispiel meiner Bauernhof-Erfahrung, der tiergestützten Pädagogik und mit Blick auf indigene Kulturen ausloten. Schon als Kind war ich vor die Herausforderung gestellt: Wie bewegt man eine Kuh an den Warteplatz vor den Melkzeiten? Zunächst 4
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