Jesuiten 2026-2 (Deutschland-Ausgabe)

Die Grenzen des Dialogs Der interreligiöse Dialog ist nicht grenzenlos. P. Felix Körner SJ zeigt drei Grenzen auf, die weiterführen. „Das war die aufregendste Vorlesung meines ganzen Studiums“, schwärmt ein katholischer Student, als die Stunde vorbei ist. Eine muslimische Studentin ist noch ein wenig verwirrt: „Haben Sie sich gerade gestritten?“ Wenn ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen von der Islamischen Theologie gemeinsam unterrichte, dann sind wir uns durchaus nicht immer einig. Und dann wird auch hart argumentiert. Diesmal hatte die Kollegin eingewandt, man könne die Theologie doch wohl kaum wissenschaftlich nennen, wenn sie so „blumige“ Formeln verwendet wie die Rede von der Osterfreude. Man kann in die Wissenschaft schon auch bezeugte Erfahrungen einbringen, denke ich hingegen – solange man anschließend die Lebensperspektive verständlich macht, die sich in solchen Erfahrungen eröffnet. Aber ist der interreligiöse Dialog dann grenzenlos? Man kann über alles reden, ja, aber nicht in jedem Rahmen, nicht mit jedem, nicht auf jede beliebige Weise. Es gibt Grenzen des Dialogs. Ich sehe drei Typen: Grenzen, die wir uns eingestehen müssen (limitations), Grenzen, die wir achten müssen (boundaries), und Grenzen, die uns in Neuland locken (frontiers). Nennen wir sie Beschränkungen, Schranken und Horizonte. Beschränkungen Was wir uns eingestehen müssen, ist: Manche Gesprächspartner wollen einfach keinen theologischen Dialog führen, etwa weil sie in ihrem Glaubensverständnis verstockt sind und vielleicht sogar zur Gewalt neigen. Das gibt es auf beiden Seiten. Ist der Dialog damit am Ende? Nein. Dann kann man immer noch einen „diplomatischen Dialog“ führen: Man klammert alles aus, worin man derzeit nicht weiterkommt, und bespricht eine Frage, in der es trotzdem ein wenig vorangehen kann. – Eingestehen aber müssen wir uns auch, dass wir vieles noch nicht verstan18

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