Das Canisius-Kolleg: Menschsein für andere Mit seiner 100-jährigen Geschichte und jesuitischen Bildungstradition öffnet sich das Canisius-Kolleg in Berlin den Benachteiligten und Ausgegrenzten: Eine zusätzliche Schule für junge Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen wurde ins Leben gerufen. Das 1925 gegründete Canisius-Kolleg, die Jesuitenschule in Berlin, blickt auf eine mehr als 100-jährige, wechselvolle Schulgeschichte zurück. Eine Geschichte mit tiefen Brüchen, Umbrüchen, Neuem, Dunklem und Hellem. Auch die Auswirkungen der großen Weltpolitik erreichen die Schule, beispielsweise der Krieg in der Ukraine, der Nahost-Konflikt und die Krise im Südsudan. „Diese Weltereignisse berühren uns im Canisius-Kolleg immer aktuell und persönlich. Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen haben familiäre und persönliche Kontakte in diesen Regionen der Erde, und ihre Betroffenheit lässt unsere Schulgemeinschaft nicht unberührt“, sagt P. Marco Mohr SJ, Rektor des Canisius-Kollegs. Manchmal blitzt jenseits aller Krisen ein Hoffnungsschimmer auf: Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens erhielt das CanisiusKolleg 2025 ein besonderes Geburtstagsgeschenk. Das Land Berlin sprach der integrierten Sekundarschule ISS-Pedro-Arrupe die volle staatliche Anerkennung aus. Die Vorgeschichte: Im Jahr 2015 entschied die Bundesregierung, die Grenzen für diejenigen zu öffnen, die besonderen Schutz benötigten. Das betraf vor allem Geflüchtete aus dem Nahen Osten. Das Canisius-Kolleg wollte seinen Beitrag in dieser schwierigen Situation leisten und öffnete ebenfalls seine Türen für die Notleidenden und Ausgegrenzten. Erste Schulklassen für Geflüchtete sollten ihnen das Ankommen in Deutschland ermöglichen. In sogenannten Willkommensklassen sollten sie die deutsche Sprache erlernen und auf sensible Weise mit der komplett anderen Kultur und den Religionen ihres neuen Landes vertraut gemacht werden. „Nur sehr wenige konnten nach zwei Jahren in die Regelklassen des Gymnasiums aufgenommen werden, da der Leistungsstand dies nicht hergab“, blickt Pater Mohr zurück. „Die, die nicht bleiben konnten, mussten uns wieder verlassen. Das hatte neue, oft wiederholt schmerzliche Trennungserfahrungen zur Folge.“ Um den Kindern und Jugendlichen eine verlässliche Perspektive am Canisius-Kolleg zu ermöglichen, gelang es nach sorgfältiger VorFotos: © Ines Gaber 32 VORGESTELLT
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