Jesuiten 2026-2 (Deutschland-Ausgabe)

Papst Leo an die Gesellschaft Jesu Papst Leo XIV. ruft die Jesuiten an die Grenzen: Als „Brückenbauer“ sollen sie in einer polarisierten Welt Versöhnung stiften und mutig neue Wege gehen. Im Oktober 2025 trafen sich in Rom rund 70 Provinziäle aus der weltweiten Gesellschaft Jesu mit dem Generaloberen und Mitarbeitern aus der Jesuitenkurie. Ein besonderer Moment dieser zweiwöchigen Zusammenkunft war die Begegnung mit Papst Leo XIV. im Vatikan. Zu Beginn seiner Ansprache zeigte er in eine Ecke des Auditoriums und sagte: „Letztes Mal, als ich in diesem Raum war, saß ich als Teilnehmer dahinten – neben Arturo Sosa.“ Jetzt saß er wieder neben ihm, dem Generaloberen der Jesuiten, diesmal vorne am Podium und als Papst, dessen Amt und Aufträgen sich der Orden durch die Jahrhunderte hindurch besonders verpflichtet weiß. Mit diesem Hinweis auf Nähe schon vor der Papstwahl und in der zugewandten Weise, wie Papst Leo sprach, wurde gleich deutlich, dass es hier nicht um eine formal-höfliche, sondern um eine freundschaftliche Begegnung ging, um einen Brückenschlag der Wertschätzung – verbunden mit einem Auftrag. Pontifex Maximus war in der Antike ein Titel der römischen Kaiser, der seit der Zeit von Leo I. von den Päpsten übernommen wurde. Wem in der katholischen Kirche das höchste Amt anvertraut ist, der soll oberster Brückenbauer, Vermittler, Einheitsgarant für eine universale Gemeinschaft sein, verschiedene Dynamiken und Pole verbinden, das Band des 2

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