weniger fremd und mehr Brüder und Schwestern sein können: „einander in Wahrheit begegnen“, wie es im Schreiben von Papst Leo XIV. an die Gesellschaft Jesu vom 24. Oktober 2025 heißt. Die ignatianische Spiritualität lädt uns ein, die Realität zu sehen, zu unterscheiden und aus uns selbst herauszugehen, zu begegnen, unser Bestes zu geben – mit Dankbarkeit, Demut und Hoffnung, um unserem Herrn besser zu folgen, ihn nachzuahmen und zu dienen. In einem Schlüsseldokument ignatianischer Spiritualität, dem Dekret 4 der 32. Generalkongregation der Gesellschaft Jesu (1975), heißt es: „Das uns anvertraute Evangelium ist die frohe Botschaft des Heils für den Menschen und die gesamte Gesellschaft, die hier und jetzt beginnen muss, um sich auf der Erde zu manifestieren, selbst wenn die Befreiung der Menschheit in all ihrer Fülle nur jenseits der Grenzen dieses Lebens erreicht wird.“ Papst Leo fordert uns auf: „Keine Grenze wird außerhalb eurer Reichweite sein, wenn ihr mit Christus geht.“ Unser Herr kann alles tun, unser Herr wird helfen. Abschließend widme ich diesen Text Sr. Johanna Schulenburg CJ, meiner Novizenmeisterin. Acht Jahre lang war sie eine einladende Pförtnerin an der Schwelle des Ordenslebens. Im Mai 2026 begann sie ihren Dienst als Provinzialin der Mitteleuropäischen Provinz der Congregatio Jesu. Während meines Noviziats ertrug Schwester Johanna mutig meinen Eifer, Grenzen herauszufordern. „Zuerst muss man Grenzen kennen, bei ihnen bleiben und manche auch akzeptieren“, sagte sie oft. In der ignatianischen Spiritualität gehen wir nie allein an die Grenzen. Gott schenkt uns Gefährten. Danke. Sr. Kamila Josefína Trojanová CJ ist eine Ordensschwester der Congregatio Jesus (CJ), eines weiblichen Ordens mit ignatianischer Spiritualität. Kamila legte 2024 ihre ersten Gelübde ab. Derzeit studiert sie an der von Jesuiten betriebenen Loyola School of Theology an der Ateneo University in Manila, Philippinen. Kamila stammt aus Prag. Portrait: © privat; Foto: © Kai Fuchs 5
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