Sr. Nathalie Becquart xmcj ist seit 2021 Untersekretärin der Weltbischofssynode und Mitglied im Dikasterium für die Kommunikation. Nach einem Studium an der HEC School of Management in Paris hat die Xavière-Schwester Philosophie und Theologie bei den Jesuiten in Paris und Boston studiert und wissenschaftlich zu synodaler Ekklesiologie gearbeitet. Vor ihrer Tätigkeit in Rom war Sr. Nathalie für die französische Bischofskonferenz im Bereich Jugendpastoral, Evangelisierung und Berufung tätig. denen hierarchische Reflexe und eine klerikale Kultur die freie Meinungsäußerung behindern. Doch gerade dort, wo synodale Prozesse mit dieser geistlichen Dynamik und Gesprächen um einen runden Tisch – wie in den römischen Versammlungen – umgesetzt wurden, habe ich erlebt, wie sich Misstrauen in Vertrauen und Geschwisterlichkeit verwandelte, wenn wir uns persönlich und gemeinschaftlich dem Heiligen Geist öffnen. Die Angst vor Veränderungen ist ein natürlicher menschlicher Reflex. Die Herausforderung liegt darin, sich nicht von ihr leiten zu lassen, sondern das Wagnis einzugehen, sie zu überwinden und sich vom Geist leiten zu lassen, der an den Früchten des Friedens und des Vertrauens zu erkennen ist. Papst Franziskus sprach von der „Fähigkeit, in Vielfalt gemeinsam zu gehen, ohne einander zu verurteilen“ – genau das, was in den meisten aktuellen Konflikten fehlt. Die Synodalität bietet eine Lebenskunst im Umgang mit Unterschieden, eine Schule des Friedens, die dazu einlädt, Spannungen auf fruchtbare Weise anzunehmen, nach Konsens zu streben, wo dies möglich ist, und unsere Meinungsverschiedenheiten gelassen anzuerkennen. Seit dem Beginn seines Pontifikats verbindet Papst Leo XIV. Synodalität mit Frieden: „Wir wollen eine synodale Kirche sein, eine Kirche, die unterwegs ist, eine Kirche, die stets den Frieden sucht, die stets die Liebe sucht, die sich stets bemüht, insbesondere denen nahe zu sein, die leiden.“ Diese Trilogie drückt aus, dass die Kirche nicht synodal sein kann, ohne Friedensstifterin zu sein – und auch nicht Friedensstifterin eines entwaffneten und entwaffnenden Friedens, ohne sich zuvor durch das Zuhören und den Glauben an einen dreifaltigen Gott, der selbst Einheit in der Verschiedenheit ist, verwandeln zu lassen. Synodalität lässt sich daher als eine Art „Anleitung zur Entgiftung“ verstehen, die die Kirche der Welt anbietet, indem sie diese zunächst selbst lebt. Übersetzung Dag Heinrichowski SJ Portrait: © privat; Foto: © Stefan Weigand 19
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