Jesuiten 2026-3 (Deutschland-Ausgabe)

am 8. Mai 2025, dem 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa, tritt der Augustinerpater und Kurienkardinal Robert F. Prevost als neugewählter Papst Leo XIV. auf die Loggia des Petersdoms. Er beginnt seine kurze Ansprache mit dem Gruß des Auferstandenen: „Der Friede sei mit euch!“ Das Motiv des Friedens durchzieht die ersten anderthalb Jahre des Pontifikats wie ein roter Faden, scheint allerdings tragischerweise auf taube Ohren bei den Mächtigen der Welt zu stoßen. Papst Leo verbindet den Frieden des auferstandenen Christus mit einem „unbewaffneten und entwaffnenden Frieden, demütig und beharrlich. Er kommt von Gott, dem Gott, der uns alle bedingungslos liebt.“ Unermüdlich erneuert der Papst den Aufruf zum Entwaffnen: Egal ob in der Politik, in der Sprache oder bei der Künstlichen Intelligenz – überall ist Entwaffnung notwendig. Einen Beitrag zu dieser vielschichtigen Friedensarbeit können vielleicht auch die verschiedenen Perspektiven unserer Autorinnen und Autoren – denen wir für ihre Mitarbeit herzlich danken – in dieser Ausgabe unseres Magazins leisten. Sie richten den Blick auf verschiedene Bereiche in der Kirche, der Gesellschaft und im Alltag, in denen Gifte wie Angst, Zynismus oder vorschnelle Urteile das Miteinander oder das persönliche Leben belasten können. Sie zeigen, wie Entgiftung nachhaltig, nicht nur als modisches Detox, geschehen kann, und legen dar, wofür noch kein wirksames Gegengift gefunden wurde. Liebe Leserin, lieber Leser, Portraits: © SJ-Bild Eine anregende, entwaffnende Lektüre wünschen P. Manfred Grimm SJ und P. Dag Heinrichowski SJ EDITORIAL 1

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