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An den Grenzen – und darüber hinaus

„Grenzen gibt es nur da, wo wir etwas gemeinsam haben“, schreibt Rodolfo Tromellini SJ in der neuen Ausgabe des Magazins „Jesuiten“. Darin blicken die Autorinnen und Autoren auf Grenzen – zwischen Ländern, zwischen Menschen und in uns selbst. Sie begeben sich auf die Suche, wie Grenzen zu Orten der Begegnung und Hoffnung werden können.

Für Jesuiten sind Grenzen ein Lebensthema. Seit ihrer Ordensgründung sind sie gesandt, an Grenzen zu gehen und Brückenbauer zu werden. Erst im Oktober 2025 hat Papst Leo XIV. diese Sendung bekräftigt. Darüber schreibt P. Thomas Hollweck SJ, Provinzial der Jesuiten in Zentraleuropa, in der aktuellen Magazinausgabe. „An Grenzen zu gehen, heißt heute: sich auf unsicheres Terrain zu wagen, vertraute Strukturen loszulassen, wenn der Geist Gottes Neues fordert“, schreibt Pater Hollweck. Dafür brauche es mutige Menschen, „die das Neue erkennen, das Gott wachsen lässt, und die bereit sind, Risiken einzugehen“.

Für P. Lukas Kraus SJ sind Grenzen Orte, die zugleich trennen und verbinden, denn an Grenzen trifft Getrenntes aufeinander. Was heißt das für die Arbeit der Jesuiten, die an die Grenzen gesandt sind? Für Pater Kraus „dorthin zu gehen, wo sich unterschiedliche Kulturen, Gedankenwelten oder Glaubensvorstellungen begegnen. Dort können wir einen unserer klassischen Aufträge erfüllen: die Versöhnung der Zerstrittenen.“

(K)ein Leben ohne Grenzen

Br. Dieter Müller SJ schaut in seinem Magazinbeitrag auf neue, engere Grenzen im europäischen Asylrecht und fragt, was diese Bestimmungen wirklich schützen – Landesgrenzen oder Menschen? Für ihn zeigt sich in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung: „Grenzen werden nicht nur von Flüchtlingen überschritten, sondern in bedenklichem Ausmaß auch von Behörden und deren übergeordneten Regierungsstellen.“

Grenzen überwinden – das ist, worum sich die Jesuiten in Syrien Tag für Tag bemühen. Dort gibt es nach den vielen Jahren des Bürgerkriegs tiefe Spaltungen und hohe Grenzen zwischen den Menschen, seien sie religiöser oder ethnischer Natur. P. Gerald Baumgartner SJ lebt in Aleppo und berichtet, wie diese Grenzen das Zusammenleben der Menschen im Land prägen und was Jesuiten tun, damit Grenzen zu Orten der Begegnung werden.

An Grenzen zu gehen, ist für P. Jan Korditschke SJ kein großer Aufbruch. „Das beginnt nicht in fernen Ländern. Das beginnt am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit.“ Denn für ihn gibt es überall Grenzen zu anderen Menschen, die wir überwinden können – ob „in der Kantine, im Klassenchat der Kinder, im Bus“.

In weiteren Beiträgen der aktuellen Magazinausgabe „An den Grenzen“ geht es darum, warum auch die ignatianische Spiritualität nicht ohne Grenzen zu denken ist, die Grenze des Anderen in den Zehn Geboten eine so große Rolle spielt und interreligiöser Dialog nicht ohne Grenzen geht.

Die Redaktion wünscht eine anregende Lektüre, die Sie an Grenzen führt – und darüber hinaus!
 

Das Magazin „Jesuiten“ erscheint mit Ausgaben für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bitte wählen Sie Ihre Region aus:

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