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Auch Priester brauchen einen Seelsorger

Nürnberg - Ludwig Dehez wird jetzt Minister. Allerdings wechselt der bisherige Priester- und Diakonenseelsorger des Erzbistums Bamberg nicht in die Politik. Der Minister ist bei den Jesuiten, zu dessen Orden Dehez gehört, eine Aufgabe innerhalb einer bestimmten Gemeinschaft des Ordens. Nach acht Jahren verlässt nun Pater Ludwig Dehez SJ das Erzbistum Bamberg und wird künftig in Köln-Mühlheim tätig sein.

Die Arbeit als Priester- und Diakonenseelsorger geschieht im Verborgenen. "Ich will mich nicht aufdrängen, bin aber da, wenn ich gebraucht werde", so umschreibt Pater Dehez seine Herangehensweise. Die Mitbrüder zu stärken und ein "offenes Ohr" zu haben, das sei seine Aufgabe. Bei größeren zentralen Veranstaltungen, wie dem Ottotag, der Chrisammesse oder auch dem Neujahrsempfang des Erzbischofs sei er stets vor Ort gewesen. Denn schließlich wollte er ansprechbar sein für seine Mitbrüder.

Im Laufe der Jahre hat der Jesuitenpater viele Gespräche zu den verschiedensten Themen geführt. Immer wieder sei die zunehmende Belastung durch die größer werdenden Seelsorgebereiche thematisiert worden. Viele hätten die Frage gestellt, ob sie die zunehmende Belastung noch schultern könnten. Gelegentlich habe es auch Anzeichen für Burn-Out-Symptome gegeben.

Ein weiteres Thema, das immer wieder angesprochen worden sei, sei der Zölibat, also die ehelose Lebensform, gewesen. In den Gesprächen hier sei es darum gegangen, wie die freie Zeit des Lebens gestaltet werde, wenn eben keine Ehefrau da sei. Und allgemein natürlich auch die Frage, wie Beziehungen gelebt würden. Gerade für ältere Priester im Ruhestand sei der Zölibat ein zunehmendes Problem. Während der aktiven Dienstjahre falle die Einsamkeit durch die Arbeit als Seelsorger weniger auf. Umso deutlicher, so Dehez, werde sie oft im Ruhestand spürbar. Bei älteren Priestern stellten sich dann auch noch die Fragen nach Vollmachten und Patientenverfügungen. Fragen, die aber von vielen verdrängt würden.

Text/Foto: Christoph Gahlau

Erschienen im Heinrichsblatt, der Kirchenzeitung für das Erzbistum Bamberg, in der Ausgabe 50/2018 vom 16.12.2018.

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