• Jovilton (li.) und Sameer (Mitte) haben München lieben gelernt.
  • Sameer sogar den deutschen Fußball.
  • Fahrradausflug durch den Englischen Garten in München.
  • Im Haushalt anpacken muss jeder, egal ob Student oder fertig ausgebildeter Jesuit.
  • In der Ausbildungskommunität wird gemeinsam studiert...
  • ... und gemeinsam gegessen.
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„Der Blick ist weit geworden“

Stipendien ermöglichen jungen indischen Jesuiten einen Studienaufenthalt in Europa: eine bereichernde wie herausfordernde Nord-Süd-Kooperation, die wir dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender mit 15.000 Euro pro Jahr fördern können.

An den Start in das Abenteuer Deutschland erinnert sich Sameer minutiös: „Ich war unglaublich müde, als ich am 18. Oktober 2016 um 5.30 Uhr in München gelandet bin. Ich lag den ganzen Vormittag im Bett. Es war das erste Mal, dass ich überhaupt geflogen bin.“

Schneemann und Sprachbarriere

Sameer Ekka SJ, ein junger Jesuit aus der Provinz Ranchi im Nordosten Indiens, und sein Landsmann Jovilton „Jovi“ Afonso SJ aus der Provinz Goa, haben ihr Studium der Philosophie, das für alle Jesuiten verpflichtend ist, in München absolviert. In diesem Herbst ist Sameers Aufenthalt zu Ende gegangen. Jovilton erwartet noch der Abschluss seines vierten Semesters im kommenden Jahr. Ein dritter junger Inder, der Diözesanpriester Sinto Porathur aus Kerala im äußersten Süden des Subkontinents, verbrachte die vergangenen fünf Jahre im Innsbrucker Canisianum, wo er erfolgreich in Philosophie und Theologie promoviert hat.

Ihnen bleiben: Erinnerungen an Winter mit Minusgraden und Schnee. Sameer erzählt: „Ich habe einen Schneemann gebaut und ein Bild gemacht. Das Bild habe ich sofort über WhatsApp nach Ranchi geschickt“. An eine Sprachbarriere, die zu Beginn unüberwindbar schien, erinnert sich Jovi: „Ich hatte Angst, dass ich das Deutsche nie lernen würde“. An München als „so gut geplante Stadt, in der es sogar Fahrradwege gibt“ (Sameer), an die „hochqualifizierte Fakultät“ der Münchner Hochschule für Philosophie (HFPH) mit ihrem „effektiven Lehrplan“. An eine fremde Küche mit Knödeln und Wurst, die Sinto zunächst in „große Schwierigkeiten“ brachte, aber die er nun leidenschaftlich liebt.

Leere Kirchen überraschen

Und darüber hinaus? Allen Dreien ist ein neuer Blick auf die Heimat, die Welt und sich selbst gewachsen. Unzählige Erfahrungen, die sie ihr Leben lang begleiten werden. Nicht alle davon begeistern: „Ich habe kaum junge Menschen in der Kirche gesehen“, berichtet etwa Sameer: „Es gibt  hier so schöne Kirchen, sie leer zu sehen, war für mich überraschend.“ Vieles – auch im akademischen Bereich – war neu und fremd, etwa der Studienfokus auf Analytischer Philosophie: „Am Anfang war es schwierig“, gesteht Sinto, „mein Blick auf die Welt war eingeschränkt und ist jetzt weit geworden.“ Jovilton ergänzt: „In München habe ich gelernt, kritisch zu denken, zu diskutieren und zu argumentieren.“

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