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Deutschlands schwieriger Aufbruch für Europa

Europa war über Jahrzehnte an stabile Regierungen in Deutschland gewöhnt. Das hat sich mit den Bundestagswahlen vom 24. September 2017 geändert, so der deutsche Jesuitenpater Martin Maier SJ vom europäischen Sozialzentrum der Jesuiten JESC, das sich in Brüssel für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzt.

Die Bildung einer neuen Regierung in Berlin hat mehr als fünf Monate in Anspruch genommen. In einem ersten Anlauf versuchte Angela Merkel eine schwarz-gelb-grüne Koalition mit der liberalen FDP und den Grünen zu bilden, die aufgrund ihrer Farben "Jamaika-Koalition" genannt wurde. Doch nach vier Wochen stieg die FDP abrupt aus den Verhandlungen aus. Damit blieb nur noch eine Fortsetzung der Koalition mit der SPD. Entgegen ihrer am Wahlabend kategorisch erklärten Absicht, in die Opposition zu gehen, ließ sich die SPD doch auf neue Koalitionsverhandlungen ein, die im Februar mit einem 177-seitigen Koalitionsvertrag abgeschlossen wurden.

Autor:

Martin Maier SJ

Pater Martin Maier SJ, geboren 1960 in Meßkirch/Deutschland, trat 1979 in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie, Theologie und Musik in München, Paris, Innsbruck und San Salvador. 1988 wurde er zum Priester geweiht. Von 1989 bis 1991 war er in El Salvador Pfarrer einer Landgemeinde. 1993 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert. P. Maier war von 1995 bis 2009 Redaktionsmitglied (seit 1998 auch Chefredakteur) der „Stimmen der Zeit“. Von 2009 bis 2014 war er Rektor des Berchmanskollegs in München. Als Experte für Theologie der Befreiung ist er Gastprofessor an der Zentralamerikanischen Universität in San Salvador. Von 2014-2020 war er Beauftragter für Europäische Angelegenheiten im Jesuit European Social Centre (JESC) in Brüssel. Seit 2021 ist er Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat in Essen.

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