• Erzbischof Jean-Claude Hollerich SJ bei einer Priesterweihe 2014 in Frankfurt.
  • Der kanadische Jesuit Michael Czerny SJ ist der Migrationsbeauftragte von Papst Franziskus.
  • Sigitas Tamkevičius SJ im früheren KGB-Gefängnis in Vilnius.
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Drei Jesuiten zu Kardinälen ernannt

Rom (KNA/r) - Papst Franziskus hat gestern die Ernennung von 13 neuen Kardinälen angekündigt – drei von ihnen sind Jesuiten: der Luxemburger Erzbischof und Präsident der Kommission der europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) Jean-Claude Hollerich SJ und der kanadische Jesuit Michael Czerny SJ, Leiter der Sektion für Flüchtlings- und Migrationsfragen in der vatikanischen Entwicklungsbehörde. Außerdem will der Papst den emeritierten Erzbischof von Kaunas in Litauen Sigitas Tamkevičius SJ für dessen Verdienste um die Kirche in den Kardinalsstand erheben, er kann aber aufgrund seines Alters nicht mehr an einer möglichen Papstwahl teilnehmen.

Jean-Claude Hollerich SJ (61) wurde am 9. August 1958 im luxemburgischen Differdange geboren. Seit 2011 ist er Erzbischof im traditionell katholisch geprägten Luxemburg. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt trat der Jesuit als Krisenmanager auf, als die 2013 gewählte Regierung um den liberalen Premierminister Xavier Bettel auf eine stärkere Trennung des Staat-Kirche-Verhältnisses abzielte. 2018 übernahm Hollerich das Amt des Vorsitzenden der EU-Bischofskommission COMECE. In dieser Funktion setzt er sich als Vermittler zwischen unterschiedlichen Sichtweisen für eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage ein.

Michael Czerny SJ (73), geboren 1946 in der damaligen Tschechoslowakei, ist kandischer Jesuit und seit 2017 Untersekretär des "Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen". Bekanntheit erlangte er als Migrationsexperte des Vatikan. Er forderte wiederholt eine offenere Migrationspolitik der EU sowie mehr Einsatz gegen Menschenhandel und Ausbeutung weltweit. Im Mai ernannte der Papst ihn zu einem der Sondersekretäre der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet.

Sigitas Tamkevičius SJ (80) gilt als eine Symbolfigur für die litauische Kirche und den litauischen Widerstand im Sowjetregime. Als Jesuit wurde er vom Regime verfolgt, mehrere Jahre verbrachte Tamkevicius in Gulags "wegen antisowjetischer Agitation und Taten". Er war Begründer und Chefredakteur der "Chronik der katholischen Kirche in Litauen", einer Zeitschrift, die zwischen 1972 und 1989 die Verfolgung der Kirche durch die Sowjetmacht dokumentierte. 1996 übernahm er die Leitung der Erzdiözese Kaunas. Für zwei Amtszeiten führte er den Vorsitz in der Litauischen Bischofskonferenz. Bei seiner Pensionierung 2015 würdigte der Generalsekretär der Bischofskonferenz Tamkevicius als "Legende des kirchlichen Widerstands". Als solche spielte er noch einmal eine Rolle beim Papstbesuch 2018: Franziskus ließ sich bei seinem Besuch des ehemaligen KGB-Foltergefängnisses von Tamkevicius begleiten.

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