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Energie aus Wasserstoff für das Heinrich Pesch Haus

Das Heinrich Pesch Haus (HPH) in Ludwigshafen und das dazugehörige Hotel beziehen ab sofort Energie aus innovativer Wasserstoff-Technologie. Die Anlage wird später auch das Begegnungshaus in der geplanten Heinrich-Pesch-Siedlung versorgen. Das Projekt ist Teil des nationalen Forschungsvorhabens DiMA-Grids, Digitale Geschäftsmodelle mit selbstbestimmten Anwendern für smarte Verteilnetze.

Das große Flachdach über dem Erdgeschoss des Heinrich Pesch Hauses bietet sich für eine Photovoltaik-Anlage geradezu an. 74 Solarpaneele sind in den letzten Monaten hier montiert worden. Der erzeugte Solarstrom versorgt einen Teil des Hauses mit Strom. „Es handelt sich um den Anbau, der die Familienbildung im HPH und die Büroräume der Heinrich-Pesch-Siedlung GmbH & Co. KG beherbergt“, erläutert Hoteldirektor Marco Dakkus. Die Photovoltaikanlage ist für ihn eine logische Fortsetzung der Ausrichtung des Heinrich Pesch Hauses und Hotels in Richtung Nachhaltigkeit und Ökologie „Wir haben uns Umweltfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben“, sagt Marco Dakkus. So legt das Heinrich-Pesch-Hotel Wert auf regionale Produkte, bezieht „grünen“ Strom und auch die Klimaanlage wird klimaneutral über Wärmepumpen betrieben. Dafür ist das Haus bereits mit dem Dehoga-Umweltcheck in Silber ausgezeichnet worden.

Doch die Stromerzeugung ist nicht alles, was die Photovoltaik-Anlage zu bieten hat. „Die geplante Versorgung mit nachhaltiger Energie kombiniert die Technologien Photovoltaik, Elektrolyseur, Brennstoffzelle, Batterie- und Wasserstoffspeicher.  Die gesamte Anlage gewährleistet, dass auch dann Solarstrom bereitsteht, wenn die Sonne nicht scheint“, erklärt Dominik Baumann vom Unternehmen TWL, der zusammen mit seinem Kollegen Daniel Furiak die Projektanlage betreut. So wird während der Sommermonate der Photovoltaikstrom in einer Batterie gespeichert, um kurzfristige Bedarfe, beispielsweise am Abend, zu decken. Zusätzlich nutzt ein Elektrolyseur im Sommer einen Teil des Photovoltaikstroms, um aus Wasser Wasserstoff zu produzieren. „Über die Sommermonate wird dieser gespeichert – der Wasserstoffspeicher füllt sich. Im Winter trägt die in dem Wasserstoff gespeicherte Energie zur Versorgung des Gebäudes bei. Dazu erfolgt die Rückverstromung in einer Brennstoffzelle“, erklärt Dominik Baumann.

„Mit dieser Anlage möchten wir einen Beitrag zur Energiewende vor Ort leisten und werden gleichzeitig den aktuellen Anforderungen der Energiewende gerecht“, sagt Daniel Furiak von der Betreiberfirma  TWL. Letztendlich soll die zukunftsweisende Speichertechnologie nicht nur für ein Haus, sondern für ein ganzes Quartier intelligent genutzt werden können. Konkret heißt dies, dass die Energiezentrale und die Steuerung der Anlage in das Verteilnetz von Ludwigshafen integriert werden sollen und bei Bedarf auch automatisiert einen Energieaustausch mit dem Verteilnetz vornehmen können, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Das Projekt ist Teil des geförderten Forschungsvorhabens DiMA-Grids. Dessen Ziel ist die Entwicklung, Erprobung und Implementierung von digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen für einen intelligenten Verteilnetzbetrieb, der eine höhere Integration regenerativer Energien und somit eine Steigerung der Versorgungssicherheit sowie eine stärkere Beteiligung der Endkunden erlaubt. „Wir erproben hier die Energieversorgung von morgen“, sagt Dominik Baumann. Und so profitieren beide – HPH wie TWL – von der Erprobungsphase der Energiezentrale. Die Anlage soll später in das Begegnungshaus der Heinrich-Pesch-Siedlung umgesetzt werden, mit dessen Fertigstellung Ernst Merkel, Geschäftsführer der Heinrich-Pesch-Siedlung GmbH & Co. KG, 2025/26 rechnet.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

Foto: Ulrike Gentner (Stellv. Direktorin HPH) und die TWL-Vorstände Thomas Mösl (links) und Dieter Feid vor der Wasserstoff-Anlage im HPH.

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