• Bürgermeister Adrian Probst (l.) überreichte die Urkunde.
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Fürstabt-Gerbert-Preis für das Kolleg St. Blasien

St. Blasien - Mit dem Fürstabt-Gerbert-Preis hat die Stadt St. Blasien am vergangenen Sonntag im feierlichen Rahmen das Kolleg St. Blasien und den Heimatforscher Franz Hilger ausgezeichnet. „Die Stadt St. Blasien würdigt hiermit dankbar die hervorragende und außerordentliche Leistung des örtlichen Gymnasiums mit Internat der 'Gesellschaft Jesu’ in bald 90 Jahren”, heißt es in der Urkunde. “In diesen Jahrzehnten hat das Jesuitenkolleg die religiöse, wissenschaftliche und pädagogische Vorgabe des Benediktinerklosters und des Fürstabts Martin Gerbert in neuer eigener und zeitgemäßer Ausprägung fortgeführt und in Sankt Blasien eine herausragende Einrichtung geschaffen, die das Ansehen und den Ruf der Stadt gemehrt und über weite Grenzen getragen hat. In verantwortungsvoller und vorbildlicher Weise hat die 'Societas Jesu' die als historisches Erbe überkommene Klosteranlage mit unablässigen Renovierungen und Investitionen gepflegt und erhalten und somit die für Sankt Blasien bedeutende Vergangenheit der Nachwelt zur Erinnerung und zum Auftrag überliefert. In besonderer Nachdrücklichkeit hat das Kolleg Sankt Blasien das soziale Beispiel des Fürstabts Martin II. übernommen und den Gymnasiumszugang allen Bevölkerungsgruppen durch ein umfassendes Stipendienmodell ermöglicht." 

In der von Bürgermeisterstellvertreter Thomas Mutter gehaltenen Laudatio wurden zudem einige Jesuiten wie P. Faller SJ (Schulleiter und Rektor vor und nach dem 2. Weltkrieg) genannt, die für die Kollegsgeschichte wichtig und prägend waren. Die Gesellschaft Jesu hatte das Klosteranwesen 1933 erworben, dort eine Internatsschule eröffnet, die zwischenzeitlich von den Nationalsozialisten geschlossen wurde und bald nach dem Krieg 1946 wiedereröffnet worden war. Thomas Mutter sprach auch vom Krisenjahr 1968, als die jesuitische Niederlassung in St. Blasien zur Disposition stand, bevor die Standortfrage schließlich zugunsten der Domstadt entschieden wurde. Der aus St. Blasien stammende Heimatforscher Franz Hilger hatte 1970 den Fürstabt-Gerbert-Gedenktag angeregt.

Kollegsdirektor P. Hans-Martin Rieder SJ betonte bei der Preisverleihung, dass der Preis nicht allein dem Jesuitenorden, sondern der gesamten Kollegsgemeinschaft gelte und benannte dabei insbesondere die Mitglieder des Trägervereins des Kollegs. Nur durch die Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Freiburg, der Stadt St. Blasien, dem Landkreis Waldshut, den Eltern und MitarbeiterInnen des Kollegs sowie dem Förderverein sei es heute möglich, das Kolleg zu führen und weiterzuentwickeln. Um das kulturelle Erbe des Fürstabts zu pflegen und Musik, Kunst und Theater am Kolleg zu fördern und zu unterstützen, wurde der Verein Kultur und Kolleg (Kuk) gegründet. 

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