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Generaloberer: Säkularisierung "Zeichen der Zeit"

Vatikanstadt - Der Generalobere der Gesellschaft Jesu hat bei der Bischofssynode über Jugend, Glauben und Berufungsentscheidung dafür plädiert, die Säkularisierung als "Zeichen der Zeit" zu begreifen. Das Arbeitsdokument der Synode spreche nur kurz über diese wichtige Dimension der heutigen Welt - und immer negativ, bemerkte Pater Arturo Sosa SJ laut Mitteilung des Ordens in seiner Wortmeldung. Stattdessen schlug er zur Auseinandersetzung mit diesem Teil der Wirklichkeit die ignatianische Übung der Unterscheidung vor, die bei einem Verständnis der Säkularisierung als "Zeichen der Zeit" helfen könne. Auf diesem Weg könne der Hl. Geist die Reflexion und das Handeln leiten.

Notwendig sei aber, verschiedene Formen der Säkularisierung zu unterscheiden. Ein militanter Kampf gegen jede Ausdrucksform des Glaubens in der Gesellschaft oder eine Gleichgültigkeit gegenüber allem, was mit Glauben zu tun habe, seien sicher offensichtlich gefährlich. Jedoch erlaube die Wahrnehmung des Säkularisierungsprozesses als "Zeichen der Zeit", in einen Prozess der Befreiung einzutreten - Befreiung von einem "automatischen" Christentum, das Frucht einer christlichen Umgebung ist. Dagegen sei das Christsein in einer säkularen Welt eher das Ergebnis einer reifen Entscheidung. Die säkulare Gesellschaft befreie die Religion von Vorstellungen, die nur mit einem Stamm oder einer Nation verbunden ist, und fördere die Verbundenheit mit den Brüdern und Schwestern der ganzen Menschheit. Die Unterscheidung der Säkularisierung als "Zeichen" betone außerdem die Bedeutung der Verkündigung, der pastoralen Begleitung und des Zeugnisses. Schließlich fördere der Kontext der Säkularisierung das Leben in christlichen Gemeinschaften, die den Prozess des Wachstums im Glauben begleiten und unterstützen.

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