1 / 4

Hier und jetzt den Nikolaus buchen!

Die Tür geht auf, die Augen werden größer und alle Kinder blicken gespannt zu einem auf: So fühlt es sich als Nikolaus an, berichtet der Theologie-Student Jakob Schorr, der dieses Jahr zum zweiten Mal den Nikolaus spielt. In zahlreichen Familien ist es immer noch Tradition, dass der Nikolaus nach Hause kommt. In Zusammenarbeit mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt bietet das Priesterseminar Sankt Georgen dafür Nikolausbesuche an. Seminaristen und Studenten der Hochschule kommen auf Wunsch als Nikolaus verkleidet in Kindertagesstätten, Altenheime, private Familienhaushalte, Kinderkrankenhäuser oder in Altenheime im Großraum Frankfurt. Herzlich, kinderlieb und gläubig: So stellt man sich einen perfekten Nikolaus vor. In Wahrheit jedoch gehört viel mehr dazu.

Doppelt Gutes tun

Seit zwei Jahren organisiert der Theologie-Student, Adrian Sasmaz, die Nikolaus-Aktion der Hochschule. Die Nikoläuse kommen mit ihren Knechten kostenfrei vorbei, trotzdem freuen sie sich über Spenden, jedoch nicht etwa für sich selbst, sondern für das Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden. Denn dieses Jahr steht der Gedanke „von Kindern für Kinder“ im Vordergrund. Die Nikolaus-Aktion soll außerdem die Tradition rund um den heiligen Bischof wahren. „Es geht eben nicht um den Nikolaus mit Schlitten und Rentieren mit roter Nase, sondern um den heiligen Nikolaus, den Bischof von Myra. Das zweite Ziel ist es, den Kindern eine Freude zu machen und mit den Spenden anderen Kindern zu helfen.“, meint Adrian Sasmaz.

Zum Nikolaus geschult

15 Studenten sind dieses Jahr bei der Nikolaus-Aktion dabei. Sie können entweder den heiligen Nikolaus selbst oder den Knecht Ruprecht spielen. Aber wie läuft das eigentlich ab? Wie wird man zu einem echten Nikolaus? Ende November treffen sich alle interessierten Studenten und werden von Adrian Sasmaz geschult und vorbereitet. Um an den Bischof von Myra zu erinnern, trägt jeder Student eine Mitra, einen gebastelten Bischofsstab und bischöfliche Kleidung. Um den Nikolaus-Look zu vervollständigen, braucht der Nikolaus auch eine grauhaarige Perücke mit Locken und einen schneeweißen langen Bart. Die verwendeten Gewänder sind alte, ausrangierte Stücke aus der Seminarkirche der Hochschule Sankt Georgen. Die Requisiten stammen hingegen aus zwei bayerischen Kirchenbedarfsläden.

Mit dem Nikolaus-Outfit allein ist es jedoch noch nicht getan. Die Studenten erhalten auch ein goldenes Buch mit der Nikolausgeschichte, einem Leitfaden, Liedtexten sowie Tipps und Tricks. Der Leitfaden sei „idiotensicher für jeden Nikolaus“, versichert Jakob Schorr. „Vorsicht vor Türen, Kronleuchtern und Ähnlichem, die es auf Eure Mitra abgesehen haben“, heißt es dort. Vor allem die praktischen Tipps helfen den Nikoläusen einen Nikolausbesuch so wirklichkeitsgetreu wie möglich zu gestalten.

Partner

SJ-Generalskurie