• Traditionell wird die Festmesse vor dem Portal der Ignatiuskapelle gefeiert (hier ein Bild aus dem letzten Jahr)..
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In Deutschland einmalig: Die Ignatiuswallfahrt im Eichsfeld

München/Wingerode - Am heutigen 31. Juli feiern wir Jesuiten das Fest von Ignatius von Loyola. Es ist der Todestag (1556) des 1622 heiliggesprochenen Gründers der Gesellschaft Jesu. Traditionell findet am darauffolgenden Sonntag im Eichsfeld die einzige Ignatiuswallfahrt in Deutschland und in Europa statt - in diesem Jahr schon zum 363. Mal.

Die Ignatiuswallfahrt in Wingerode (Landkreis Eichsfeld) blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im Zuge der Gegenreformation, mit welcher der damalige Kurfürst und Erzbischof von Mainz die Jesuiten 1574 beauftragt hatte, damit der katholische Glaube wieder hergestellt werde, bekam der Orden vom Kloster Beuren 200 Morgen Land in Wingerode geschenkt. In der Zeit ihres Wirkens im Eichsfeld entstand das Heiligenstädter Jesuitenkolleg; alte Wallfahrten wurden wieder belebt und neue, wie die spätere Ignatiuswallfahrt, eingeführt.

In Wingerode baute Georg Andreas Reinhardt, ein Schüler des Jesuitenkollegs in Heiligenstadt, der inzwischen in Wingerode Dorfschulmeister und Küster war, 1657 die erste hölzerne Ignatiuskapelle, die 1715 durch die heutige achteckige Kapelle aus Stein ersetzt wurde. 1662 nahmen bereits 2.000 Gläubige aus Wingerode und den umliegenden Ortschaften teil. Die Wallfahrt wurde eine der größten des Eichsfelds, das noch heute die größte geschlossene katholische Region in der Mitte Deutschlands ist und Teile von Thüringen, Hessen und Niedersachsen umfasst. Seit 1693 wird in einer Andacht am Nachmittag das Ignatiuswasser geweiht und den Gläubigen übergeben. Auch während der Zeit der Aufhebung des Jesuitenordens (1773-1814) wurde die Wallfahrt von der Pfarrei weiter betrieben, ebenso wie zu DDR-Zeiten. Seit Jahrzehnten kommt jeweils ein Jesuitenpater, hält die Festpredigt und weiht das Ignatiuswasser.

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