Gemeinsam mit kirchlichen Investoren aus zahlreichen Ländern wollen die Jesuiten Unternehmen dazu bewegen, keine Mineralien aus dem Tiefseeboden zu beziehen und keine Aktivitäten für den Tiefseebergbau zu finanzieren.
Die Jesuiten unterstützen eine Initiative zum Schutz des Tiefseebodens vor intensiver wirtschaftlicher Erschließung und Nutzung. Auf Initiative des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren (AKI) und kirchlicher Entwicklungsorganisationen haben sich institutionelle Anleger aus zahlreichen Ländern und verschiedenen Konfessionen zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie Unternehmen der Real- und Finanzwirtschaft für die Unterstützung eines Moratoriums gewinnen. Die Unternehmen sollen sich öffentlich dazu verpflichten, keine Mineralien aus dem Tiefseeboden zu beziehen, solche Rohstoffe aus ihren Lieferketten auszuschließen und keine Aktivitäten für den Tiefseebergbau zu finanzieren.
„Der AKI hat bereits positive Erfahrungen mit dem Engagement zu Tiefseebergbau gemacht und auch erste Erfolge verzeichnet“, sagt der AKI-Vorsitzende Dr. Jörg Mayer. „Um den Hebel zu vergrößern, haben wir uns an die katholischen Kolleginnen und Kollegen gewandt und Bistümer, Ordensgemeinschaften und kirchennahe Institutionen in Deutschland eingeladen, sich uns anzuschließen. Darüber hinaus ist es gelungen, acht weitere institutionelle kirchliche Investoren aus Europa für die Teilnahme zu gewinnen.“
„Die Lebensgrundlagen vieler Küstengemeinschaften sind bedroht.“
Dieser Initiative haben sich die Jesuiten aus 17 europäischen Ländern angeschlossen, darunter Deutschland, Österreich, Schweden, die Schweiz, Frankreich, Italien und die Niederlande. Neben den deutschen Bistümern Limburg und Speyer gehören auch die Pax Bank und Steyler Ethik Bank zum Unterstützerkreis. Hinzu kommen 47 evangelische Mitgliedsinstitutionen des AKI.
Fabian Moos SJ vom Ukama-Zentrum der Jesuiten für sozial-ökologische Transformation erklärt, warum sich die Jesuiten in Zentraleuropa der Initiative angeschlossen haben: „Zahlreiche Länder und Unternehmen stehen in den Startlöchern, um den Tiefseebergbau schnellstmöglich auszubauen. Jetzt ist der Moment, die Pausetaste zu drücken und starke Regulierungen einzuführen, bevor Tatsachen geschaffen werden.“ Die Jesuiten wollen dazu beitragen, dass sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern, um die Schöpfung zu bewahren und Wohlstand gerechter zu verteilen. „Tiefseebergbau erzeugt massive und irreversible Schäden auf den Meeresböden und zerstört ganze Arten. Die Lebensgrundlagen vieler Küstengemeinschaften sind bedroht.“