Bild 1: AdobeStock / photo for everything (generiert mit KI)

Jesuiten verzichten auf Geldanlagen in fossile Energieträger

Anlässlich der Weltklimakonferenz COP30 in Belém, Brasilien, haben die Jesuiten in Zentraleuropa und 45 weitere kirchliche Institutionen in Deutschland die bislang größte Divestment-Initiative in der Geschichte des Landes bekannt gegeben. Die teilnehmenden Institutionen schließen Geldanlagen in fossile Energieträger aus und bekennen sich somit nicht nur verbal, sondern auch finanziell zu einem Kurs der Klimagerechtigkeit.

Die Initiative, die von „Christians for Future“ koordiniert wurde, ist Teil einer weltweiten Aktion von insgesamt 62 kirchlichen Organisationen. Gemeinsam fordern sie die Teilnehmer der COP30 auf, Investitionen aus fossilen Energien abzuziehen und in eine gerechte, nachhaltige Zukunft zu lenken.

„Ein Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft“

„Der Klimawandel bedroht unsere Umwelt und das Leben auf unserem Planeten“, sagt  P. Thomas Hollweck SJ, Provinzial der Jesuiten in Zentraleuropa. „Besonders betroffen sind die ärmeren Menschen im Globalen Süden, die am wenigsten zu den Ursachen des Klimawandels beitragen und nur begrenzte Mittel haben, sich zu schützen. Wenn wir Jesuiten uns für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, sind wir gerade in Europa aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und an der Seite der Menschen in den stärker betroffenen Regionen zu stehen. Der Ausstieg aus der Unterstützung fossiler Energiegewinnung ist ein konkreter Beitrag dazu. Unsere finanziellen Investitionen, die wir beispielsweise für die Ausbildung und Altersvorsorge der Ordensmitglieder benötigen, folgen bereits ethischen Richtlinien. Diese werden wir nun verschärfen und konsequent aus allen fossilen Investitionen aussteigen. So leisten wir einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft – für uns und kommende Generationen.“

Jesuiten verzichten vollständig auf Investitionen in fossile Brennstoffe

Zu den teilnehmenden Einrichtungen gehören neben den Jesuiten in Zentraleuropa 42 Mitglieder des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren (AKI). Darunter die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), fast alle evangelischen Landeskirchen, kirchliche Finanzinstitutionen und diakonische Werke, sowie katholische Organisationen wie unter anderem die Steyler Bank und die Pax-Bank für Kirche und Caritas.

Während die AKI-Mitglieder Investitionen in die Kohleförderung sowie in unkonventionelle Öl- und Gasförderung ausschließen, gehen einige katholische Institutionen wie die Jesuiten, die Steyler Mission sowie die Steyler und die Pax-Bank noch weiter und verzichten vollständig auf Investitionen in fossile Brennstoffe.

Teil einer weltweiten Bewegung

Die parallel veröffentlichte internationale Erklärung, koordiniert vom Laudato Si’ Movement und Weltkirchenrat (ÖRK), fügt sich in eine Reihe eindringlicher Appelle zur UN-Klimakonferenz. So fordern katholische Bischöfe aus dem Globalen Süden ein Ende der Nutzung fossiler Energieträger aufgrund der „ökologischen und moralischen Schuld gegenüber dem Globalen Süden“.

Weltweit haben seit 2013 über 1.700 Institutionen mit einem Anlagevolumen von mehr als 40 Billionen US-Dollar ihren Rückzug aus fossilen Investitionen beschlossen – darunter über 600 religiöse Einrichtungen, aber auch viele Universitäten, Finanzinstitutionen und Städte.

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