Am Pfingstsonntag haben die Jesuiten zusammen mit rund 180 Gästen Abschied vom Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn genommen. Der Tag begann mit einer Eucharistiefeier, bei der P. Thomas Hollweck SJ, Provinzial der Jesuiten in Zentraleuropa, die Predigt hielt. Er blickte auf die langjährige gemeinsame Arbeit der Jesuiten mit zahlreichen Mitarbeitenden und Wegbegleitern zurück und würdigte das Lassalle-Haus als Zentrum für Spiritualität, Dialog und Verantwortung – ein Ort, an dem man Gott in allem suchen und finden konnte und der interreligiöse und ökumenische Begegnungen ermöglichte.
Beim anschließenden Apéro riche bot sich Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Ein Rückblick auf die Geschichte des Lassalle-Hauses sowie Grußworte aus Kirche und öffentlichem Leben würdigten die generationenübergreifende Vernetzung und die vielfältige Bildungsarbeit des Hauses. Studierende der Universität der Künste Berlin präsentierten den Kurzfilm „Alles hat seine Zeit“.
Zentrale Anliegen in neuen Formen weiterführen
Die Jesuiten in der Schweiz wollen zentrale Anliegen und Impulse ihres Wirkens in Bad Schönbrunn auch künftig in neuen Formen und an verschiedenen Orten weiterführen. Entsprechende Angebote, Kurse und Veranstaltungen sind bereits auf der neuen digitalen Plattform www.jesuiten.ch abrufbar.
Der Hotellerie- und Gastronomiebetrieb des Lassalle-Hauses war bereits Ende Juni 2025 eingestellt worden, weil das Haus seit einigen Jahren defizitär war. Alle Bemühungen, ein passendes und zeitgemäßes Kursangebot zu schaffen, fanden nicht genügend Interesse, um ein so großes Haus wirtschaftlich betreiben zu können. Die Kräfte, die das Lassalle-Haus in diesen Zusammenhängen gebunden hat, können jetzt für neue Angebote des Ordens eingesetzt werden.
Die Liegenschaft in Bad Schönbrunn soll verkauft werden. Zusammen mit Partnern, die auf solche besonderen Gebäude spezialisiert sind, bereitet der Jesuitenorden ein Verfahren vor, das sowohl der Verantwortung für den gemeinnützigen Trägerverein als auch dem Respekt vor der spirituellen Tradition des Hauses gerecht wird.
Neue Wirkungsorte der Jesuitengemeinschaft
Die drei Jesuiten der Gemeinschaft Bad Schönbrunn führen ihr Wirken an verschiedenen Orten in der Schweiz weiter.
- Pater Toni Kurmann SJ wird ab Juni bei Jesuit Worldwide Learning (JWL) in Genf als Director des Global Head Office tätig sein. Neben dieser Aufgabe organisiert er weiterhin interreligiöse Reisen sowie Exerzitien mit Schneeschuhen und Tourenski.
- Pater Bruno Brantschen SJ zieht Ende Juni nach Basel in das katholische Studentenhaus. Von dort aus wird er seine Arbeit in der Exerzitienbegleitung, der Ausbildung von Exerzitienleitenden und der geistlichen Begleitung an verschiedenen Orten in der Schweiz fortsetzen. Darüber hinaus bleibt auch sein Engagement im synodalen Prozess Bestandteil seines Wirkens.
- Pater Niklaus Brantschen SJ wird ab Ende Juni am Hirschengraben in Zürich wohnen. Dort wird er weiterhin Menschen zu Gesprächen empfangen und schriftstellerisch tätig sein.