Die „Make America Great Again“-Bewegung in den USA zieht Jesus und das Evangelium für ihre Zwecke heran. Die Trauerfeier für den erschossenen Charlie Kirk ist für P. Klaus Mertes SJ ein Beispiel dafür. Wie Trump, Vance und Co. dort alles, was auf den ersten Blick christlich und fromm anmutet, im eigenen Interesse verfälscht haben, darüber schreibt Pater Mertes in einem Gastbeitrag für „Die Zeit“.
„Missbrauch macht, dass alles Richtige falsch wird. Es ist wie bei einem Notentext, der hinter einem Violinschlüssel steht. Wenn man den Violinschlüssel durch einen Bratschenschlüssel ersetzt, wird alles, was dahintersteht, falsch“, erklärt Pater Mertes. „Der Notenschlüssel der MAGA-Bewegung, mit ihrem Trump- und Märtyrerkult, verfälscht buchstäblich alles, was fromm klingend daherkommt. Es gibt keinen Satz mehr im Evangelium, den man gegen diese Vereinnahmung schützen kann.“
Deutlich sei dies besonders bei der Trauerfeier für Charlie Kirk am 21. September im Football-Stadion in Glendale, Arizona, geworden. „Donald Trump, JD Vance, Stephen Miller, Marco Rubio, Pete Hegseth, und wie sie alle heißen, haben es auf der Trauerfeier für den ermordeten Charlie Kirk getan“, schreibt Pater Mertes. „Sie haben den Namen des Herrn missbraucht, mit einer anmaßenden Veranstaltung, einem Hochamt der Selbsterhöhung, einer Liturgie der Verschmelzung von Evangelium und nationalistischer Rhetorik.“
Warum völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar sind, begründet Pater Mertes in seinem Gastbeitrag für „Die Zeit“. Darin erklärt er auch, wie der Notenschlüssel des Evangeliums richtig zu verstehen ist.
Hier können Sie den vollständigen Beitrag von Pater Mertes für „Die Zeit“ lesen