Besser noch ist aber folgende Übung: Schuhe ausziehen. Aufrecht hinstellen. Aufmerksam werden, wie mein Gewicht auf den Füßen ruht. Wie mich der Boden trägt. Und dann einen Schritt tun. Langsam. Nicht zu groß. Spüren, wie sich der Fuß hebt, nach vorn geht, wie ich mit der Ferse aufsetze und wie sich zugleich die andere Ferse hebt. Wie der Fuß abrollt und wieder zu stehen kommt. Der andere sich nun daneben stellt. Wieder mein Gewicht spüren an der anderen Stelle. Also einmal ganz bewusst gehen. Bewusst gehen, aber nicht kontrollierend und überwachend, sonst verliere ich womöglich das Gleichgewicht. Nein, Sie sollen ganz beim Gehen sein. Nur gehen sonst nichts. Nicht nachdenken über das Wunder des Gehens, nein, nur einfach gehen, nur einen Schritt tun, weiter nichts. Und dann noch einen Schritt. Und ganz dabei sein, wie ich schreite, Schritt für Schritt. Gute Übung für Neujahr. Der erste Schritt ins Neue Jahr. Damit ich auch die übrigen Schritte bewusster tue. Nicht kontrollierend, nicht bewachend, nicht misstrauisch, ob ich auch den richtigen Schritt mache oder den Schritt richtig mache, sondern nur einfach ganz innerlich beim Gehen, beim Schreiten sein und nicht anderswo. Sehr gute Übung für das neue Jahr.
Letzte Übung: ein langer Spaziergang im Wald oder über das Feld. Lang heißt mindestens eine Stunde. Es dürfen auch zwei sein. Und wenn es geht allein. Vielleicht noch mit dem Hund, wenn er nicht dauernd Aufmerksamkeit will und braucht. Nach einer halben Stunde etwa kommen Sie dann mehr zu sich selbst. Sie lassen das dauernde Denken hinter sich. Erholen sich vom vielen Sitzen und Essen. Sie sind mehr im Gehen und Sehen. Sie sind mehr eins mit dem Weg, den sie gehen. Sie sind mehr eins mit Ihrem Gehen. Sie sind bei dem, was Sie gerade tun. Beim Wandern durch den Winterwald.
Und je mehr ich in der Wirklichkeit bin, je präsenter und gegenwärtiger ich bin, umso mehr bin ich bei mir selbst und auch bei Gott. Wieso? Wieso bei Gott? Weil Gott die innerste Wirklichkeit selbst ist. Gott ist zwar nicht die Welt. Aber die innerste Wirklichkeit der Welt ist Gott, der sie trägt hält und leitet. Je mehr ich in der Wirklichkeit bin, umso mehr bin ich auch in Gott und bei Gott. Umso mehr ist Gott in mir. Wer ganz darin ist, kommt in den Frieden.
Darauf laufen die Neujahrsübungen hinaus: In der Wirklichkeit ankommen, bei mir selbst ankommen und bei Gott und mit Ihm und in Seinem Frieden die ersten Schritte ins neue Jahr tun.